MKR – Das Magazin

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00:00:00: Heute mit Katharina Sichler.

00:00:02: Die Grüne Woche ist die weltweite größte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

00:00:08: Die ist noch bis nächsten Sonntag in Berlin und mit dabei ist auch die KLJB, also die katholische Landjugendbewegung.

00:00:17: Macht einfach Sinn hier zu sein, das sagt die Bundesvorsitzende Isabel Rutkowski.

00:00:22: Weil es eben eines der zentralen Orte ist, an dem wir bei Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Räumen besprochen wird.

00:00:27: und da braucht es natürlich auch ganz wichtig, die Stimmen junger Menschen.

00:00:31: und wir zeigen, dass junge Menschen auf dem Land leben wollen, dort bleiben wollen und aktiv mitgestallen wollen.

00:00:36: vor allem

00:00:37: und wir zeigen

00:00:38: natürlich dort vor Ort auch, wie wichtig Beteiligungen und Jugendverbandarbeit für lebendige Räume sind, weil wir sind eigentlich davon überzeugt, dass Veränderung möglich ist und junge Menschen gestalten sie häufig schon ganz selbstbewusst

00:00:48: mit.

00:00:49: Ja und auch wir hier, die nicht auf der grünen Woche sind, die können auch Einfluss nehmen, damit Landwirtschaft wieder nachhaltiger wird.

00:00:56: Was aber auf jeden Fall alle machen können,

00:00:58: ist bewusster

00:00:59: Konsumieren, weniger Lebensmittel verschwenden

00:01:01: und bewusst

00:01:02: Entscheidungen treffen, wo und was ich einkaufe.

00:01:05: Denn der Preis im Supermarkt, der zeigt halt eben oft nicht, welche

00:01:09: zum Beispiel Umwelt oder Sozialkosten tatsächlich

00:01:11: entstehen.

00:01:12: Und billige Lebensmittel zahlen wir dann halt häufig an anderer Stelle durch Umweltschäden oder Gesundheitskosten.

00:01:18: Ja und ganz wichtig, über solche Dinge muss auch gesprochen werden, damit dann genug Druck auf Politik und Wirtschaft erzwungen wird, damit faire Rahmenbedingungen geschaffen werden können.

00:01:33: Mehr als zwanzig Kilo hat Pfarrer Stefan Fischbacher aus Oberbayern vergangenes Jahr abgenommen und damit Geld fürs Kirchendach gesammelt.

00:01:43: Die Aktion, die ist nun vorbei, seine Abnehmreise, die geht aber weiter.

00:01:48: Und weil sich ja auch fürs neue Jahr viele von uns Ziele gesetzt haben, dann wollten wir mal wissen, was ist denn sein Geheimrezept?

00:01:56: Was garantiert hilft, ist es auf den eigenen Körper zu achten, die eigenen Möglichkeiten und Grenzen richtig einzuschätzen.

00:02:04: Es hilft auch nicht zu glauben, man könnte alles

00:02:07: auf einmal schaffen.

00:02:08: Es hilft daran zu glauben, man kann vieles erreichen, man kann es nur Schritt für Schritt und...

00:02:15: Egal, ob sie also weniger Zeit am Handy hängen oder auch weniger Süßigkeiten essen wollen, ein Ausrutscher, der kann immer passieren.

00:02:23: Das sagt auch Fischbacher, denn morgen ist auch noch ein Tag.

00:02:27: Dabei gilt es natürlich nicht alles einfach zu verschieben auf den nächsten Tag.

00:02:32: Es ist schon wichtig, den Willen und die Durchhaltekraft beizubehalten und der klare Linie vor Augen zu haben.

00:02:39: Und ohne Disziplin, ohne eisenen Willen wird es nicht gehen.

00:02:43: Schade eigentlich, aber das Ziel erreichen, das würde sich auch nicht so gut anfühlen, wenn es einfach wäre.

00:02:50: Und gute Nachricht nach rund zwei Monaten wird eine neue Gewohnheit zur Routine.

00:02:56: Und dann wird's auch leichter.

00:03:01: Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit einer Freundin.

00:03:04: Das war nicht so ganz angenehm.

00:03:06: Denn wir waren nicht einer Meinung und ich spürte, wie die Stimmung zu Kippen drohte.

00:03:12: Ja, und mit genau solchen Kipppunkten beschäftigt sich auch diese Woche Pfarrer Rainer Maria Schießler.

00:03:18: Denn die gibt es nicht nur im Alltag, sondern auch beim Klimawandel und auch in der Kirche.

00:03:24: Aber was genau tun, wenn man merkt, dass man unwiderruflich eine Grenze überschritten hat?

00:03:30: Fahrer Schießler hat da einen Vorschlag.

00:03:37: Ein Podcast präsentiert von der Anwaltskanzlei Rainer.

00:03:40: Ihre Experten für Vorsorge und Erbrecht in Elching.

00:03:44: Beim Neujahrsempfang der Metzgerinnung München in dieser Woche fühlte ich mich wie jedes Jahr sehr geborgen.

00:03:51: Man ist mit unglaublich bodenständigen Menschen im Gespräch.

00:03:54: Es geht um Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und auch hier um Weltpolitik.

00:04:00: Es war wirklich ein erstaunlich angenehmer Abend und kein Pflichttermin, den man eben halt mal absolvieren muss.

00:04:07: Unter den Gästen war auch die Kabarettistin und Wortkünstlerin Louise Kinseyer.

00:04:12: Mit einem Ausschnitt aus ihrem neuen Programm, Mary from Bavaria, brachte sie den Saal zum fröhlichen Beben.

00:04:19: Davor aber hat sie ein paar ganz persönliche Worte gesprochen, völlig ohne Bühnenrolle, ohne Pointe auf Ansage.

00:04:27: Man spürte es, sie kamen tief aus dem Innern heraus.

00:04:31: Sie sprach von Kipppunkten.

00:04:34: Diese gibt es eben nicht nur beim Klimawandel oder in gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern auch bei ganz alltäglichen Situationen und Gesprächen.

00:04:42: Im Bierzelt, zum Beispiel, meinte sie.

00:04:45: Plötzlich ist da dieser Moment, sagte sie, wo das fröhliche Schunkel zu hanggreiflichen auseinandersetzen wird.

00:04:51: Also Ausgelassenheit wird Aggression.

00:04:54: Also eine fröhliche Nähe entsteht urblösslich in der Rauferei.

00:04:58: Ein Kipppunkt eben.

00:05:00: An diesem Gedanken bin ich seit dem Abend hängen geblieben.

00:05:04: Vergangenen Sonntag am Fest der Tau für Jesu haben wir in der Nazarekirche, unserem derzeitigen Asyl, zählt noch bis Sommer tatsächlich geschunkelt.

00:05:14: Wir haben gesungen und unsere gemeinsame Freude in den Gottesdienst hineingebracht.

00:05:20: Bei unserer Schunkelmesse findet der Fasching sozusagen Platz in unserer Kirche und er gesellt sich zu unserem Beten.

00:05:28: Da ist eine ehemalige evangelische Kirche, da ist katholischer Weihrauch und Weihwasser, da ist überkompfessionelles Lachen und Singen, da sind Menschen von überall her dicht und dicht und eine spürbare und wohltuende gute Stimmung.

00:05:44: Gleichzeitig wissen wir trotzdem, draußen ist da diese Welt, die alles Anderes ausgelassen daherkommt.

00:05:51: Da sind Krieg, politische Verschiebungen, neue Machtordnungen und echte Klimasurgen.

00:05:58: Auch im ganz Kleinen findet immer wieder sehr viel Unheil statt Spannungen im Familie, Missverständnisse, Verletzungen, Sprachlosigkeit.

00:06:06: Manchmal fehlt selbst im engsten Umfeld genau das, was man sich am meisten wünscht.

00:06:11: Nämlich ein bisschen Wärme, ein bisschen Versöhnung, ein bisschen Liebe, ein bisschen Frieden hat Nicole Dammels gesungen.

00:06:19: Wo sind sie eigentlich, diese Kippe?

00:06:21: Punkte von der Luise Kinseyer zurecht spricht.

00:06:25: Warum erkennen wir sie nicht rechtzeitig?

00:06:27: Wieso merken wir meistens erst hinterher, dass wir eine Grenze überschritten haben?

00:06:33: Diese Frage trifft auch uns als Kirche, vielleicht sogar besonders.

00:06:37: Haben wir unsere Kipppunkte schon überschritten?

00:06:40: Sind wir noch vor zwölf oder ist sie schon längst nach zwölf?

00:06:44: Wenn ich ehrlich bin und auf den eklatanten Nachwuchsmangel, nicht nur den Priestermangel in den Gemeinden schaue, wenn ich auf die starren und unbeweglichen Strukturenblicke auf der Sture festhalten, an territorialen Grenzen in unsere Seelsage, als dass wir auf die Fülle an Aufgaben und Möglichkeiten der Seelsage blicken, die uns neu ausrichten könnten.

00:07:06: Wenn ich auf die Überforderung vieler ehrenamtlicher schaue, auf die Verurteilung aus innerkirchlichen Kreisen des so wichtigen synodalen Wegsblicke, auf den unglaublichen Reformstau, den wir seit dem letzten großen Konzil vor sechzig Jahren vor uns herschieben, dann spüre ich ganz deutlich, nein, wir sind nicht mehr auf dem Höhepunkt, sondern eher darüber hinaus.

00:07:28: Der Zenit liegt doch eigentlich schon hinter uns.

00:07:32: Ist das jetzt ein Grund zum Jammern oder gar zum Aufgeben?

00:07:35: Was macht man eigentlich, wenn man merkt, dass man in eine Einbahnstraße eingebogen ist, in die man nie wollte?

00:07:41: Wenn man den Moment zum Umdrehen verpasst hat, dann bleibt oft nur eins, nämlich die Flucht nach vorne.

00:07:49: Neue Wege suchen, neue Bündnisse eingehen, Neues ausprobieren.

00:07:53: Genau das erleben wir jetzt gerade ganz konkret aus der Not heraus, weil unsere Kirche geschlossen ist in unserer Pfarrei.

00:08:01: Wir fahren Gottesdienst in einer ehemaligen evangelischen Kirche.

00:08:04: Wir schwenken Weihrauch und Spritzen, weil Wasser nicht um zu provozieren, sondern weil wir eingeladen wurden und weil diese Einladung etwas in Bewegung setzt.

00:08:14: Die Kirche war, so hat man mir gesagt, noch nie so voll und so gut gelaunt wie bei dieser Schunklemesse.

00:08:20: Menschen, die sonst vielleicht nie miteinander Gottesdienst feiern würden, standen plötzlich nebeneinander, lachten, sangen und schunkelten.

00:08:28: Hier beginnt für mich etwas von neu anfangen.

00:08:31: Nicht weil wir auf Teufel kommen raus, eine ökumenische Vorzeigegemeinde werden wollen, sondern weil wir einfach gemeinsam sein wollen, ohne Schubladen, ohne diese ständige Denken in mein und dein in Richtung falsch, in besser oder schlechter.

00:08:45: Wenn wir tatsächlich auf Kipppunkte zusteuern, global, gesellschaftlich, vielleicht auch ganz persönlich, dann hilft am Ende nur eins, gemeinsam in die richtige Richtung rudern, nicht gegeneinander, nicht übereinander hinweg, sondern miteinander.

00:09:01: Das war übrigens auch ein Punkt, in dem wir uns beim Neues Empfang sehr einig waren, auch mit den politischen Vertretern, die dort waren, reden, diskutieren, zuhören und die Offenheit bewahren, dass der andere vielleicht recht haben könnte.

00:09:14: Denn auch Gespräche haben Kipppunkte.

00:09:17: Der Moment, in dem die Kritik nicht bekonstruktiv ist, sondern verletzend wird.

00:09:21: Der Moment, in dem man stark sein will, in dem man den anderen aber schlecht macht.

00:09:25: Der Moment, in dem man den anderen verändern möchte, damit selbst aber sich nicht verändern will.

00:09:32: Der Moment, in dem man mit dem Finger auf andere zeigt und übersieht, dass drei Finger auf einen selbst zurückzeigen.

00:09:39: Der Moment, in dem man die Freiheit des anderen einschränkt, in seiner Meinung, in seiner Lebensweise, in seinen Träumen und in nicht mehr als Menschen sieht, sondern nur noch als Hindernis.

00:09:50: Vielleicht ist genau hier der eigentliche Kipppunkt unserer Zeit.

00:09:54: Und vielleicht beginnt die Gegenbewegung viel unspektakulärer, als wir denken.

00:09:58: In einer Kirche, in der Mensch miteinander schunkelt, in einem Gespräch, das nicht eskaliert, in der Entscheidung dem anderen nicht sofort eine Schublade zuzuweisen, die Bereitschaft gemeinsam unterwegs zu bleiben, auch wenn der Weg unübersichtlich ist.

00:10:14: Manchmal merkt man erst im Kleinen, dass da noch Hoffnung da ist und dass Kipppunkte nicht nur in den Abgrund führen müssen, sondern auch in eine neue Richtung.

00:10:23: Ich wünsche uns gute, heilsame Kipppunkte und eine gute Woche, euer Pfarrer Schießler.

00:10:31: Du weißt, was mir eingefallen ist.

00:10:32: Ich muss mich wirklich

00:10:33: mal um mein Testament kümmern und um meine Immobilien.

00:10:36: Sag mal, hast du eine Ahnung,

00:10:37: wen kippert

00:10:37: eigentlich?

00:10:38: Fragen?

00:10:38: Grüß Gott, ich bin Markus

00:10:39: Sebastian

00:10:40: Reiner,

00:10:40: Rechtsanwalt und Fachanwalt für

00:10:42: Erbrecht in Olchen.

00:10:44: Ich unterstütze Sie mit

00:10:45: meinem Team seit über zwanzig Jahren

00:10:47: kompetent

00:10:47: und zuverlässig,

00:10:48: bei allen Fragen rund

00:10:49: um Schenkungen,

00:10:50: Erbschaftssteuer, Erbengemeinschaften und Pflichtteile.

00:10:54: Mit unserer Erfahrung

00:10:55: sorgen wir

00:10:56: dafür,

00:10:56: dass Ihr letzter Wille rechtssicher und klar formuliert wird.

00:11:00: Wir helfen Ihnen, Erbschaftsteuer

00:11:02: und Schenkungssteuer

00:11:03: zu sparen.

00:11:20: Bei

00:11:30: vielen ist ja der Januar gerade Entrümpelungsmonat und wenn man das macht, da fällt einem ja auch sofort auf, wie viel Zeug eigentlich rumsteht, dass man eigentlich nicht mehr braucht.

00:11:42: Aber zum Wegwerfen ist vieles dann auch irgendwie zu schade.

00:11:45: Bei mir im Studio ist jetzt meine Kollegin Brigitte Strauß.

00:11:48: Brigitte, du engagierst dich im Olympia-Dorf für das Nachhaltigkeitsprojekt Olitopia und ihr hattet eine Idee.

00:11:56: Nämlich ein Verschenksregal für genau solche Zwecke.

00:12:00: Ja, genau.

00:12:01: Das steht im ökumenischen Kirchenzentrum.

00:12:03: Im Olympiadorf sind die evangelische und die katholische Kirche unter einem Dach untergebracht.

00:12:07: Und die haben ein gemeinsames Foyer.

00:12:10: Und dort steht dieses Regal, in das man Dinge stellen kann, die noch gut sind, die man aber nicht mehr braucht.

00:12:15: Also die lustige Tasse oder auch die schräge Vase oder Kinderspielzeug, aus dem die Kids quasi rausgewachsen sind.

00:12:22: oder Brettspiele und Bücher, vor allem Kinderbücher.

00:12:25: Nur Heidel sollte es sein, also in einem Zustand, in dem man es selbst auch noch mitnehmen würde.

00:12:31: Ja, und wie funktioniert das dann?

00:12:33: Wer räumt das da rein?

00:12:35: Na, du selbst.

00:12:36: Also, du gehst einfach rein, stellst die Teile ins Regal und wenn dir was gefällt, nehmst du es mit.

00:12:40: Das geht während der Öffnungszeiten des Kirchenzentrums.

00:12:43: Das ist täglich von neun bis siebzehn Uhr offen.

00:12:45: Und wenn Veranstaltungen sind, dann natürlich entsprechend länger.

00:12:48: Also abends ist da ja oft was los.

00:12:50: Das klingt jetzt ja absolut easy, aber wird das nicht eher auf Dauer einfach

00:12:55: ein

00:12:56: dreckiges Chaos?

00:12:58: Ja genau, die Befürchtung hatten die Pfarrgemeinderäte erst auch.

00:13:01: So von wegen Broken Glass Theory.

00:13:04: Also wenn einmal was dreckig und kaputt ist, dann kommt da immer noch mehr direkt zusammen.

00:13:08: Aber wir räumen da ja regelmäßig auf.

00:13:10: Deshalb wäre es auch ziemlich nett, wenn da niemand kaputte Kissen reinlegen würde oder Bücher über Computerprogramme von... Und wir müssen uns dann darum kümmern, dass die ins Altpapier oder in den Resten kommen.

00:13:26: Also nicht wirklich was gewonnen.

00:13:28: Andererseits lieber ein Teil zu viel reingestellt als gutes weggeworfen.

00:13:33: Warum ist es euch denn so wichtig dieses Umweltprojekt?

00:13:37: Weil bei der Herstellung von ungefähr allem auf der Welt CO² entsteht und wenn Dinge länger gebraucht werden, egal ob von dir oder von jemand anderem, dann braucht man eben nichts Neues.

00:13:48: Und ganz ehrlich, bei den meisten Dekodingen ist es doch das Shoppingerlebnis, das einen glücklich macht, vor allem, wenn man ein Schnäppchen geschossen hat.

00:13:55: Das kannst du aber eben auch bei einem solchen Regal haben, wenn du zum Beispiel mit der Vintage-Vase nach Hause gehst.

00:14:01: Und du bekommst das gute Gewissen noch obendrauf.

00:14:04: Oder hast vielleicht noch jemanden glücklich gemacht mit dem, was du abgegeben hast.

00:14:08: Und das befreiende Gefühl beim Entrumpeln hast du auch noch.

00:14:11: Eine echte Win-win-Win-Geschichte also und eigentlich sehr einfach nachzumachen.

00:14:16: Also vielleicht auch eine Idee für Ihre Pfarrgemeinde.

00:14:19: Schauen Sie es sich doch einfach mal an.

00:14:21: Und zwar im Kirchenzentrum im Olympiadorf.

00:14:24: Das Regal, das steht im Foyer im Untergeschoss.

00:14:30: Was koche ich heute Abend zum Essen?

00:14:33: Was wollen wir am Wochenende machen?

00:14:35: Ruf ich heute noch meine beste Freundin an oder mache ich das morgen.

00:14:40: So, ganz einfache Dinge, die entscheiden wir jeden Tag.

00:14:43: Für Menschen im Gefängnis ist das jedoch nicht selbstverständlich.

00:14:48: In der neuen Folge von Total Sozial geben zwei Menschen Einblick in das Leben hinter Gefängnismauern.

00:14:55: Die meisten von uns kennen Gefängnisse nur aus Filmen.

00:14:57: Doch eine Vorstellung davon, wie das Leben dort wirklich ist, haben wahrscheinlich die wenigsten.

00:15:02: Emily Tromberg ist Soziologin und arbeitet in der Zentralverwaltung des katholischen Männerfürsorgevereins.

00:15:08: Zuvor hat sie die Münchner Zentralstelle für straffälligen Hilfe geleitet.

00:15:12: Sie macht darauf aufmerksam, eine Menschen, die Freiheit zu nehmen, bedeutet nicht nur, dass er eingesperrt ist, sondern alle Lebensbereiche werden fremdbestimmt.

00:15:21: Wie er

00:15:21: sich kleidet, wie er auch seinen Tag gestaltet, welche Beziehungen er aufrechterhält, seine Familienbeziehungen.

00:15:27: Alle Kontakte zur Außenwelt

00:15:28: werden

00:15:29: kontrolliert.

00:15:30: Auch so ganz persönliche

00:15:31: Sachen, wie wann.

00:15:32: möchte ich mich jeden

00:15:33: Tag duschen.

00:15:33: Das ist in der Jagdverarmündchen zum Beispiel nicht möglich, sondern er wird einem vorgegeben, an welchem Tag zu welcher

00:15:38: Stunde das zu

00:15:39: machen ist.

00:15:39: Der Alltag in Haft ist durchgetaktet.

00:15:42: Für Individualität ist dort kein Platz.

00:15:45: Das wird schon allein durch die Kleidung sichtbar, die jeder Inhaftierte trägt.

00:15:49: Man kann sein Ehring behalten,

00:15:50: aber alle anderen

00:15:51: persönlichen Gegenstände,

00:15:53: die einen

00:15:54: auch ausmachen als Person.

00:15:55: Das alles muss

00:15:56: man

00:15:56: abgeben.

00:15:57: Man wird zu einer Nummer.

00:15:58: Man wird identifiziert über eine Buchnummer.

00:16:00: Natürlich gibt es Gründe, warum Menschen ins Gefängnis kommen, die Insassen haben Straftaten begangen.

00:16:06: Diese will auch Diakon Oskar Ehe halt nicht relativieren.

00:16:09: Doch der Leiter der Gefängnisseelsorge im Erzbistum München und Freising sagt, ihm ist wichtig, den Menschen hinter der Tat zu sehen.

00:16:17: An einem Ort, der für die meisten Insassen ein Tiefpunkt im Leben bedeutet, bietet Seelsorge einen geschützten Raum.

00:16:24: Alles, was ich hier offenbare, was ich hier vielleicht auch einfach nur hinlegen möchte, einfach auch mal aussprechen möchte, was ich unter den Mitgefangenen mich nicht traue oder vielleicht auch gar nicht möchte, weil es auch Konsequenzen haben könnte.

00:16:37: Da bietet Zielzorge den vertrauensvollen Rahmen, einfach auch Dinge geschützt darlegen zu können, besprechen zu können und vielleicht auch hier und da an Rat zu bekommen.

00:16:47: Denn vor allem persönliche Kontakte, Menschen, denen man vertrauen kann, sind im Gefängnis selten.

00:16:53: Ziel der Gefängnisselsorge ist es nicht zu bekehren.

00:16:56: Aber die Suche nach Antworten auf viele Lebensfragen bringen doch den einen oder anderen näher zu Gott.

00:17:03: Wir erleben es immer wieder, dass irgendwann in der Betreuung über die Zeit von Gefangenen, die immer wieder zum Gespräch kommen, das Thema Gott irgendwann auftaucht.

00:17:12: Und gerade auch in der Jugendhaft und auch in der wachsenden Haft gibt es immer wieder auch so Highlights im Sinne von Glauben, dass es dann auch Taufen oder Ähnliches gibt oder dass jemand sagt, nein, das möchte ich nach der Entlassung auch, dass das eine Rolle spielt in meinem

00:17:27: Leben.

00:17:27: Und damit trägt die Gefängnisseelsorge dazu bei, dass Menschen im Gefängnis auch wieder Hoffnung finden.

00:17:34: Lydia Jäger für das MKR.

00:17:36: Wer mehr über das Leben im Gefängnis und die Seelsorge dort erfahren möchte, in der aktuellen Folge von Totalsozial geben Emily Trombik und Diakon Oskar Ehehalt Einblicke in die Welt hintergittern.

00:17:50: Und natürlich geht's auch darum, wie das Leben nach der Entlassung gelingen kann und was wir alle dazu beitragen können.

00:17:57: Sie können den Podcast Totalsozial jederzeit überall da finden, wo sie ihren Podcast hören.

00:18:07: Sie hören das MKR, das Kirchenradio.

00:18:10: Schön, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben.

00:18:13: Das tun ja viele Menschen nicht nur wegen unserer Beiträge hier im MKR.

00:18:17: Nein, viele hören uns natürlich auch wegen der Musik.

00:18:21: Die wird von meinem Kollegen Ivo Makota begleitet und ausgesucht, aber am kommenden Mittwoch, den achtundzwanzigsten Januar, auch von Ihnen.

00:18:31: Wie, was, wo und überhaupt?

00:18:32: Das erzählt uns jetzt am besten Ivo selbst.

00:18:35: Servus, Ebro.

00:18:36: Servus,

00:18:36: liebe Katharina.

00:18:37: Servus, liebe Hörerinnen und Hörer.

00:18:39: Wie du schon gerade gesagt hast, kommt in Mittwoch, den achtundzwanzigsten Januar.

00:18:43: Erfüllen wir mit der MKR-Wunschbox.

00:18:45: Ihre Musik wünsche hier bei uns im MKR.

00:18:47: Und das von dreizehn bis fünfzehn Uhr.

00:18:50: Das haben wir ja schon im Dezember mal gemacht.

00:18:51: Sehr erfolgreich.

00:18:52: Wir hatten ganz viele Anfragen und Resonanz drauf.

00:18:54: Jede Menge Wünsche sind eingegangen und ich habe mir gedacht, mensches machen wir doch gleich nochmal, wenn es so gut lief.

00:18:59: Absolut, jeder kann also DJ sein, großartig.

00:19:03: Das heißt, jeder von uns kann sich ja ein Lied wünschen und wir spielen das.

00:19:06: Ganz

00:19:07: genau.

00:19:07: Okay, und sag mal jetzt ganz genau, wie funktioniert es ganz, ganz genau, wie mache ich das?

00:19:12: Das

00:19:12: geht ganz, ganz einfach.

00:19:14: Alles, was Sie, liebe Hörerinnen und Hörer dafür tun müssen, ist uns anzurufen und uns auf die Mailbox sprechen oder uns eine Sprachnachricht per WhatsApp schicken.

00:19:21: Das geht ja auch satt neuerdings.

00:19:24: Einfach Ihren Namen oder Vornamen, Ihren Wunschtitel, vielleicht auch woher Sie anrufen und Ihre Wünsche oder Grüße mit drauf sprechen und dann spielen wir Ihren Lieblingssong oder Ihren Wunschtitel hier bei uns im MKR.

00:19:36: Die Rufnummer ist ganz einfach.

00:19:38: Die WhatsApp-Rufnummer, also für eine Sprachnachricht oder die direkte Rufnummer auf unseren Anrufbeantworter bleibt die gleiche.

00:19:49: Ganz einfach zu merken.

00:19:50: und ich find's ja richtig cool, die eigene Musik auszusuchen.

00:19:53: Mein Musikgeschmack, da scheiden sich manchmal die Geister, aber gibt's denn musikalisch irgendwelche Grenzen?

00:19:59: oder darf ich mir

00:19:59: alles wünschen?

00:20:00: Nein, nein, es gibt keine Limits.

00:20:02: Jeder darf sich jeden Song wünschen.

00:20:04: Einfach ihren aktuellen Lieblingstitel oder einen Titel, mit dem sie was verbinden oder vielleicht auch jemandem grüßen wollen.

00:20:09: Das Ganze kann brandneu sein, aber auch uralt.

00:20:12: Die Länge, Musikrichtung oder was auch immer spielt überhaupt keine Rolle.

00:20:16: Es ist ihr.

00:20:17: Wunsch.

00:20:18: Okay, das wäre jetzt für mich ziemlich schwierig, denn ich hätte so einige Titel, die ich mir jetzt wünschen würde.

00:20:24: Aber ich bin mir sicher, damit bin ich nicht allein.

00:20:26: Aber nun mal gut, du hast es eben schon gesagt.

00:20:29: Aber nennen Sie noch mal die Rufnummer für unseren Musikwunsch.

00:20:32: Ganz genau, ganz einfach.

00:20:34: Oder, und der gleichen Rufnummer können Sie auch eine WhatsApp-Sprachnachricht verschicken.

00:20:51: Also wichtig wäre, dass Sie beides entweder als Sprachnachricht oder als Nachricht hinterlassen, dann können wir Sie auch spielen, auch Ihren Grunsch, auch Ihren Gruß oder auch Ihre Wünsche dementsprechend mit einpacken.

00:21:01: Tolle Sache und ein kleines Dankeschön auch an Sie alle.

00:21:05: Also, die MKR Wunschbox erfüllt am kommenden Mittwoch, den achtundzwanzigsten Januar, Ihren Musikwunsch, und zwar von dreizehn bis fünfzehn Uhr.

00:21:14: Machen Sie einfach mit.

00:21:16: Wir freuen uns auch über Ihren Titel.

00:21:18: Und wir sind schon ganz gespannt.

00:21:20: Absolut.

00:21:25: Ich habe mal wieder einen Gast bei mir im Studio.

00:21:27: Und zwar meinen lieben Kollegen Florian Ertl.

00:21:30: Er ist stellvertretender Chefredakteur des Magazins Innerhalten.

00:21:35: Und wenn er hier ist, dann heißt es, wir werfen einen Blick in die aktuelle Ausgabe.

00:21:40: Hallo Flo.

00:21:41: Grüß dich.

00:21:42: Schön, dass du da bist.

00:21:43: Ich freue mich, dass wir in die neue Ausgabe schauen.

00:21:45: Ich habe auch schon so ein bisschen reingespiegt.

00:21:48: Die Gemeinde Pullach im Süden von München, die hat jetzt, habe ich gelesen, einen kunsthistorischen Band zu ihrer alten Heiliggeistkirche und der Dreifaltigkeitskirche in Großhesse Lohe herausgegeben.

00:22:01: Titel, Spät Gotik trifft auf Rockoko.

00:22:04: Das klingt für mich jetzt sehr vielversprechend.

00:22:07: Ja, Katharina, es sind tatsächlich zwei.

00:22:10: Interessante Gotteshäuser, die eine weit hinsichtbar über dem Isartal, so richtig mit Spitzdom, man sieht ihn schon von weitem her.

00:22:17: Die andere, die Dreifaltigkeitskapelle in Große Selowe, muss sich behaupten gegen die dortige Waldwirtschaft mit großem Parkplatz, Wirtschaftsgebäude und sowas und ist eher ein bisschen versteckt.

00:22:27: Aber beide haben einiges zu

00:22:29: bieten.

00:22:31: Heiliggeist in Pullach ist, ja vielleicht kennt es der eine oder andere natürlich mit der Ausstattung drinnen, der bekannte Pfingstalltar, ja einzigartig und bedeutsame Künstler, die hier gewirkt haben.

00:22:45: Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es lohnt sich auf alle Fälle auch, wie sie hergerichtet ist und das ist vielleicht bei der Dreifaltigkeitskirche auch so eine Sache.

00:22:57: Auch hier, gerade der Stuck, so was vorhanden ist, das ist alles sehr qualitätsvoll, aber es wäre schön, wenn... auch hier ein wenig Restaurierungsarbeiten mit ansetzen könnten.

00:23:10: Vielleicht wird das jetzt durch diese neue Publikation von der Gemeinde ein bisschen angeschoben, das wäre gut.

00:23:16: Und ja, man kann nur sagen, also wer zum Beispiel da in den Biergarten geht, der sollte doch vielleicht einmal in der Kapelle damit vorbeischauen, sich selbst überzeugen und wer nach Pollach sowieso kommt, also das heißt mal im Sommer mit dem Radl oder auch einen kleinen Ausflug dorthin startet.

00:23:31: Ein Besuch ist die alte Heiliggeistgere auf alle Fälle Wert.

00:23:35: Also wir haben nicht nur einen Lesetipp mit dem Kunsthistorischen Buch, sondern gleich auch verbunden mit einem Ausflugstipp dorthin.

00:23:42: Von der Kunstgeschichte schlagen wir jetzt den Bogen zur Gegenwart und zu Menschen, die die Kirche heute ganz konkret prägen.

00:23:49: Es gab im Erzbistum München und Freising ein Jubiläum zu feiern.

00:23:53: Fünfzig Jahre Vereinigung der geistlichen Schwestern.

00:23:57: Eine lange Zeit.

00:23:58: Aber sag mal, viele haben vielleicht von dieser Vereinigung noch gar nicht so richtig gehört.

00:24:02: Was steckt eigentlich dahinter?

00:24:03: Wofür steht die?

00:24:05: Ja, die Vereinigung der Geistlichen Schwestern Kurz-VG entstand sozusagen ja nur zehn Jahre nach Ende des Vatikanen, zweiten Vatikanischen Konzils, also es ist auch sozusagen eine Frucht von dem, sie sollte den Ordensgemeinschaften, den weiblichen, dienen zur, jetzt sage ich mal, Aus- und Fortbildung und zur gegenseitigen Vernetzung.

00:24:29: Schon damals hat sich ja abgezeichnet, mir wurde weniger, dass die Eintrittszahlen zurückgehen werden und man wollte da schon, das war vielleicht schon sogar vorausschauend, die Ressourcen ein wenig bündeln.

00:24:43: Man wollte zum Beispiel im Noviziat oder im Juniorrat dafür sorgen, dass vielleicht gemeinsame Ausbildungsstrategien auch angegangen werden.

00:24:53: Aber man wollte sich auch um die älteren Ordenschwestern kümmern mit Einkehrtagen, Besinnungsangeboten etc.

00:25:00: Das gibt es tatsächlich alles bis heute.

00:25:02: Und es gab einen Festgottesdienst, Kardinal Marx hat den gefeiert und da hat er auch betont, dass also das Ordensleben für unsere Diözese eigentlich unverzichtbar ist und dass ihr Arbeit von der VG gut findet, weil sie eben nicht nur rückwärtsgewandt ist, sondern dass sie durchaus auch in die ja Zukunft prospektiv quasi ausgerichtet ist.

00:25:26: und das Onesleben hat auch in unserer heutigen Zeit immer noch etwas zu geben, zu sagen.

00:25:32: und Er hat den Schwestern Mut zugesprochen, auch wenn die Kräfte erstens älter und zweitens auch viel viel geringer werden natürlich.

00:25:40: Aber hier gilt es nicht zu verzangen, sondern immer noch und das ist so seine Aussage, Zeugen und Zeugen der Hoffnung zu sein.

00:25:48: Danke dir auf jeden Fall für diese Einblicke von der mittelalterlichen Kunst und Rockoku-Schätzen bis ja, du hast gerade gesagt, lebendigen Ordensgeschichte.

00:25:58: Die und noch viele andere Artikel, die finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Magazins in Erhalten.

00:26:04: Das bekommen Sie in vielen Kirchen des Erzbistums München und Freising.

00:26:08: Sie können es sich aber auch ganz bequem im Abo nach Hause liefern lassen oder digital in unserer Michaelsbund App lesen.

00:26:15: Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Spaß dabei.

00:26:21: Wer nach Burkino fahr so fährt, der sollte die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes beachten.

00:26:27: Denn terroristische islamistische Überfälle, die sind an der Tagesordnung.

00:26:33: Seit Jahrzehnte und Jahrzehnte versucht das Militärregime, die Lage in den Griff zu bekommen.

00:26:38: Mit mäßigem Erfolg.

00:26:40: Doch Mission-Präsident Monsignore Wolfgang Huber war im vergangenen Jahr trotzdem dort.

00:26:46: Die dortige Bischofskonferenz hatte ihn gebeten, einen Solidaritätsbesuch abzustatten.

00:26:51: Das hat er auch getan und darüber haben wir in der ersten Januarfolge der Reisewarnung berichtet.

00:26:57: In der zweiten Folge geht es jetzt um sein Besuch in einem Projekt, in dem er zuletzt vor zehn Jahren gewesen war.

00:27:04: Damals hatte der Monsieurpräsident den Grundstein gelegt für eine Schule.

00:27:08: Für Mädchen, die dann nicht nach der Grundschule vielleicht dann gleich zwangverheiratet oder sonst irgendwas auf der Straße sind.

00:27:16: Sondern das sieht eine Ausbildung, ein Gymnasium absolvieren können und von dort aus dann studieren können.

00:27:23: Angefangen hatte es mit rund dreißig Schülerinnen.

00:27:26: Inzwischen sind es ein paar mehr.

00:27:28: Weil jetzt dort über fünfhundert Schülerinnen da sind, ging es jetzt darum, für die naturwissenschaftlichen Fächer ein Laboratorium zu errichten.

00:27:37: Und auf der anderen Seite musste das Refektorium erweitert werden, wo sie eben Mittagessen und das wurde eingeweiht.

00:27:44: Also es war so eine Doppelfeier.

00:27:45: Da der Monsignore wegen des Solidaritätsbesuchs bei der Bischofskonferenz schon im Lande war, wollte er an diesen beiden Feiern gerne teilnehmen und den Grundstein für das Labor höchstpersönlich verlegen.

00:27:57: Doch der Weg dorthin ging über Land.

00:28:00: In der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wird genau davor gewarnt.

00:28:04: Dort heißt es, führen Sie unausweichliche Reisen über Land ausschließlich am Tag mit bewaffneter Escorte und nach Anmeldung bei der Polizei und oder Jondammerie durch.

00:28:16: Die Partner vor Ort haben die Lage etwas differenzierter eingeschätzt.

00:28:19: Die Begleitung war Generalfika, der Ökonom, der Diözöse und einen Fahrer, den wir dabei hatten.

00:28:27: Und die haben eben auch von sich aus gesagt gehabt, dass man auf dieser gut ausgebauten, schnellen Straße eigentlich auch keinen Begleitschutz.

00:28:37: Aber auch auf diesem Streckenabschnitt war einiges anders als bei früheren Besuchen.

00:28:43: Ein Sprengstoff oder Waffen oder sonst was drin sein.

00:28:57: Rund zwanzig Kilometer vor dem Ziel wurden sie bereits erwartet.

00:29:01: Da kamen dann Schutz durch Polizei und Militär hinzu.

00:29:04: Die haben dort gewartet.

00:29:05: Also da haben die, die mich abgeholt haben, also Generalfiker und der Ökonom, die haben das alles organisiert und Determinen ausgemacht und dann ging es von dort aus mit vier Fahrzeugen.

00:29:17: die dann mit militär und bewaffneten Leuten unterwegs waren.

00:29:21: Reisewarnung,

00:29:22: Kontrollstationen, bewaffnete Begleitung, eine Situation, in der viele Angst bekommen.

00:29:28: Nicht so, Monsignor Wolfgang Huber.

00:29:29: Ich habe mich jetzt nicht unsicher gefühlt, muss ich jetzt wirklich sagen, weil ich wirklich auch von anderen Reisen es kenne.

00:29:36: dass die Partner von vor Ort wirklich auch diejenigen sind, die das gut einschätzen können.

00:29:42: Am Ziel angekommen hat er sehr schnell gespürt, dass sich all die Reisemühe gelohnt hat.

00:29:48: Mir ist es fast ein klein wenig peinlich dann manchmal gewesen, dass sie Gedanken haben, dass man dort hinkommt, dass die Menschen sehen, also sie sind nicht abgeschrieben, sondern dass eben auch wir bei uns hier Notiz nehmen davon.

00:30:03: wie es ihnen geht und was die Probleme dort vor Ort sind.

00:30:06: Und ich habe es auch überall versprochen, dass ich auch bei uns hier überall davon erzähle, was ich dort erlebt habe.

00:30:13: Und das tut er.

00:30:14: Zum Beispiel in der aktuellen Folge der Reisewarnung.

00:30:17: Brigitte Strauß für das Mkr.

00:30:19: Und diese aktuelle Folge des Missio-Podcastes Reisewarnung, die finden Sie überall da, wo Sie Ihren Podcast hören.

00:30:28: Einfach nach Reisewarnung suchen.

00:30:33: Alle acht Wochen hat Pfarrer Rainer Maria Schießler aus München einen festen Termin.

00:30:39: Er geht zum Blutspenden.

00:30:40: Für ihn ganz selbstverständlich.

00:30:42: Du bist immer potenzieller Geber, aber vielleicht im nächsten Moment potenzieller Empfänger.

00:30:49: Du bist Patient, bist operiert und bist dafür Blutspende auch gewesen.

00:30:53: Und es ist ein Ausdruck der Solidarität.

00:30:57: Also es macht was mit mir und mit der Gesellschaft, wenn man sagt, wir teilen das, was andere dringend und notwendig brauchen.

00:31:06: Und dabei profitieren von der Spende nicht nur Patienten, sondern auch er selbst fühlt sich dadurch auch körperlich besser.

00:31:32: Und

00:31:35: wenn Sie nun Fragen haben zum Blutspenden oder auch gleich einen Termin ausmachen wollen, dann wenden Sie sich einfach an das Bayerische Rote Kreuz.

00:31:44: Da bekommen Sie alle weiteren Infos.

00:31:50: Gerade jetzt so am Anfang eines neuen Jahres hinterfragen ja viele ihr Leben und sie setzen sich neue Ziele.

00:31:57: Wie will ich leben?

00:31:58: Wer möchte ich sein?

00:31:59: Was will ich erreichen?

00:32:01: Vorbilder zeigen uns da oft, was man anders machen könnte.

00:32:05: Wer gerade auf der Suche nach einem Vorbild ist, für den könnte sich ein Blick in die Bibel lohnen.

00:32:10: Die ist nämlich voll von Menschen, von denen wir etwas lernen können.

00:32:14: Die jährliche ökumenische Bibelwoche, die am Sonntag beginnt, die möchte genau dazu ermutigen, dass wir nämlich eben uns mit dem biblischen Vorbildern beschäftigen.

00:32:24: Dieses Mal ist es die Königin Esther aus dem alten Testament, um die es geht.

00:32:30: Die ist eine ziemlich außergewöhnliche Frau.

00:32:33: Sie ist Jüdin und lebt im fünften Jahrhundert vor Christus im alten Persien.

00:32:38: Obwohl ihr Volk dort in einer schwierigen Lage ist, wird sie Königin.

00:32:43: Wie es dazu kam, kann man im Buch Esther nachlesen.

00:32:47: Wir haben hier ein Buch, das wirklich auch bei einer Frau zugeschrieben wird und eben auch sie selber.

00:32:51: die Hauptrolle ist die Königin Esther, die den Perserkönig Ahaschwerders heiratet.

00:32:56: Der Weg auf den Thron ist für Esther alles andere als romantisch, erklärt Barbara Bertel von der Frauenseelsorge im Erzbistum München und Freising.

00:33:05: Der König sucht sich nach einem Eklat mit seiner bisherigen Frau einfach eine Neue, per Schönheitswettbewerb.

00:33:13: Und Esther sticht heraus, nicht nur wegen ihres Aussehens.

00:33:17: Sie war eine sehr kluge Frau, das ist auch immer erstaunlich, wenn uns von klugen Frauen berichtet wird und schon auch eine Frau, die sehr willenskräftig war, also die auch später viele Entscheidungen getroffen hat, die ihr Volk, das Volk der Juden in einen neuen Stand, in eine neue Stellung gebracht haben.

00:33:31: Denn eines Tages wird es ernst, ein hoher Beamter plant, das jüdische Volk zu vernichten.

00:33:38: Ester weiß davon und ihr ist auch klar, wenn sie jetzt zum König geht, riskiert sie ihr eigenes Leben.

00:33:45: Trotzdem fasst sie Mut, und bittet Gott um Hilfe.

00:33:49: Eben dieser Zeit des Rückzugs betet Esther und beginnt ihre innere Kräfte zu sammeln, zur Ruhe zu kommen, sich mit Gott zu verbinden, mag ich fast sagen, und dann eben daraus den Mut zu schöpfen, aufs Leben zuzugehen und sich einer unabwendbaren Situation zu stellen.

00:34:04: Esther's Gebet wird schließlich erhöht.

00:34:07: Und dann fasst sie sich ein Herz und geht auf ihren Ehemann, auf ihren König zu, was wirklich auch verboten war, gerade für Frauen den König anzusprechen und bittet ihm eben das Schicksal der Jüdinnen und Juden abzuwenden.

00:34:18: Und das gelingt ihr.

00:34:19: Also auch wirklich da schon eine sehr gute Taktikerin und eine sehr kluge Frau.

00:34:24: Easter rettet ihr Volk mit Klugheit, Mut und einem tiefen Gottvertrauen.

00:34:29: Für Barbara Bertl ist sie genau deswegen ein Vorbild, auch noch Jahrhunderte später.

00:34:36: Ich mag die Ester sehr, sehr gerne in ihrer Schönheit, in ihrer Tatkraft und auch tatsächlich eine Frau und das mag ich besonders gern, die ihren Mund aufgemacht hat, die wir auch sprechend haben und nicht nur im Dasein oder im Begleiten.

00:34:47: Also das gefällt mir sehr, sehr gut.

00:34:50: Zum Gedenken an die Rettung des jüdischen Volkes durch Ester feiern die Juden bis heute das Purimsfest, bei dem sich, ähnlich wie beim Fasching, die Feierenden verkleiden und viel essen und trinken.

00:35:02: Wer jetzt noch mehr über Ester wissen will, der liest am besten das gleichnamige Buch im Alten Testament oder geht auf biblesondtag.de.

00:35:11: Da gibt's auch alle Infos zur bevorstehenden Bibelwoche.

00:35:14: Paul Hasel für das MKR.

00:35:20: Wer im Januar im Stadion ist, um unsere bayerischen Fußballklubs die Daumen zu drücken, der hat vielleicht schon die großen Banner gesehen, auf denen nie wieder steht.

00:35:31: Die gehören zum Erinnerungstag im Fußball.

00:35:34: Eine Idee aus Italien, Klaus Schulz von der Versöhnungskirche in Dachau, sagen sie, wie hat es denn damit begonnen?

00:35:41: Dort hat die Judische Gemeinde

00:35:43: zum Holocaust Gedenktag die

00:35:45: Profiliga, die Fußballmannschaften,

00:35:47: aufgefordert, dass sie vor dem

00:35:49: Spiel sich

00:35:50: mit Shirts

00:35:51: gegen Antisemitismus

00:35:52: und Rassismus und Gewalt

00:35:54: wenden.

00:35:54: Ja, und Sie fanden ja die Idee so super, dass Sie sie auch mit nach Deutschland geholt haben.

00:35:59: Das ist inzwischen zwanzig Jahre her und Sie stellen jedes Jahr Ideen und Materialien für die Vereine zur Verfügung.

00:36:07: Warum passt denn diese Initiative zum Fußball und in unsere Stadien?

00:36:12: Weil

00:36:12: wir Menschen erreichen mit Themen in einer Situation, mit der

00:36:15: sie nicht rechnen.

00:36:16: Und wir natürlich ganz

00:36:17: viele Menschen erreichen

00:36:18: zum Thema

00:36:19: Rassismus, Antisemitismus.

00:36:20: Und dieses Jahr geht es um

00:36:21: Demokratie

00:36:22: und ist Fußball

00:36:23: politisch.

00:36:24: Und da kann ich nur sagen, natürlich ist Fußball auch politisch, denn es ist ein Teil unserer Gesellschaft.

00:36:29: Und das versuchen wir

00:36:30: halt dann im Fußballstaat, um zu

00:36:32: klimatisieren.

00:36:33: Der Erinnerungstag im deutschen Fußball ist am siebenundzwanzigsten Januar jedes Jahr und rund um diesen Tag gibt es viele Aktionen und dazu gehören eben auch die Banner mit der Aufschrift nie wieder.

00:36:50: Wer zu Hause einen lieben Menschen pflegt, der möchte das am liebsten ganz selbstverständlich und ohne große Worte tun.

00:36:58: Dabei ist Pflegen in der Regel eine riesige Kraftanstrengung und viele der Betroffenen, die Schämen sich zuzugeben, dass sie auch oft an ihre eigenen Grenzen kommen.

00:37:09: Damit es erst gar nicht soweit kommt, bieten die Malteser Kurse für pflegende Angehörige an.

00:37:15: Erna Meyer leitet diese Kurse und sie weiß aus eigener Erfahrung, niemand wird von heute auf morgen einfach so zu einer professionellen Pflegekraft.

00:37:25: Mein Schwiegervater, das war eigentlich der erste in der Familie, der pflegebedürftig war, habe ich gesehen, wie meine Schwiegermutter voller Energie hin ist, hat einen anderen Arm gezogen und er hat aufgeschrien.

00:37:39: Und da habe ich das erste Mal das Gefühl gehabt, so kann es nicht sein.

00:37:43: Und ich habe mir damals schon gedacht, die armen Leute, die daheim gepflegt werden.

00:37:49: Die sind eigentlich darauf angewiesen, wie gehe ich mit denen um?

00:37:53: Genau das will Erna Meyer den Angehörigen beibringen.

00:37:57: Die pensionierte Krankenschwester weiß, wie heftig Pflege im Alltag sein kann.

00:38:02: Emotional, körperlich und zeitlich.

00:38:06: Gerade wenn plötzlich ein Pflegefall entsteht.

00:38:08: Nach einem Schlaganfall, Sturz oder bei Demenz.

00:38:12: Das bringt ganze Familien durcheinander.

00:38:15: Und der Pflegedienst, der kommt ja auch nicht rund um die Uhr.

00:38:19: Die Kurse, die sollen vor allem Entlastung bringen.

00:38:22: Meier zeigt Schritt für Schritt, wie man jemanden richtig lagert, wäscht, frisch macht.

00:38:27: Und zwar so, dass es für beide Seiten leichter wird.

00:38:31: Am Abend will ich jemand ja beruhigend waschen.

00:38:34: Wie wasche ich ihm beruhigend?

00:38:36: Wie wasche ich jemand in der Früh, der noch müde ist?

00:38:39: Wie wasche ich ihm belebend?

00:38:41: Und wie beziehe ich das Bett?

00:38:43: Wenn derjenige das Bett nicht verlassen kann, da braucht es schon ein bisschen Händling dazu.

00:38:51: Aber es geht nicht nur um Technik, es geht auch um die Menschen dahinter.

00:38:56: Viele Angehörige, sagt sie, kommen völlig erschöpft in den Kurs, vor allem Ehepartnerinnen, die sich rund um die Uhr kümmern und sich dabei selbst komplett vergessen.

00:39:07: Man muss auch ein bisschen Druck aufbauen und denen sagen, wenn sie es so weitermachen, Dann sind sie bald kränker, wie ihr Mann.

00:39:16: Sie müssen Abstand kriegen und es gibt Hilfen.

00:39:19: Man muss sie aber annehmen.

00:39:21: Die Kurse laufen meistens über zwei Tage.

00:39:23: Insgesamt zehn Stunden muss man dafür investieren.

00:39:26: Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten.

00:39:29: Und es lohnt sich, verspricht Erna Meyer.

00:39:32: Man bekommt einfach mehr Sicherheit und Routine in der Pflege und hat wieder ein bisschen mehr Luft zum Atmen.

00:39:39: Paul Hasel für das MKR.

00:39:41: Also, wer zu Hause jemanden pflegt, der muss das nicht alleine machen.

00:39:46: Mehr zu den Malteserkursen für pflegende Angehörige erfahren Sie im Podcast total sozial und den finden Sie überall da, wo Sie Ihren Podcast hören, einfach nach total sozial suchen.

00:40:02: Viele Eltern diestellen sich die Frage, wie wird mein Kind ein guter Mensch?

00:40:07: Werte vermitteln.

00:40:08: Das geht zum Beispiel, wenn man zusammen eine Kinderbibel anschaut.

00:40:12: Am Sonntag startet die ökumenische Bibelwoche und sie zeigt, dass es sich auch heute noch lohnt, die Heilige Schrift zu lesen.

00:40:20: Und zwar von Klein auf.

00:40:22: Im Kindergarten Sankt Corbinian in Unterhaching stehen Bibelgeschichten regelmäßig auf dem Leseplan.

00:40:28: Und die Kinder lieben es, sagt die Leiterin Karin Schrom.

00:40:31: Wenn

00:40:31: Bibelgeschichten erzählt werden, dann versuchen wir einen Bezug zum Leben des Kindes herzustellen.

00:40:37: Und es ist sehr, sehr wichtig, dass die Kinder mitreden

00:40:39: können,

00:40:40: dass sie auch philosophieren dürfen, dass sie

00:40:42: komplett

00:40:42: ihre Meinung einbringen dürfen und ihr Denken einbringen dürfen, dass nichts falsch ist und dass jedes Kind auch angehört wird.

00:40:50: Und die Bibelgeschichten werden nicht einfach nur vorgelesen, sondern mit allen Sinnen erfasst.

00:40:55: Zum Beispiel stellen die Kinder einzelne Szenen mit Bodenbildern dar.

00:40:59: Zum Beispiel grüne Baumwolltüche, da legen wir eine Wiese, außerdem braunen Baumwolltuch einen Weg, den vielleicht Jesus geht.

00:41:06: Dann Tannenzappen sind dann vielleicht die Bäume, Steine liegen im Weg.

00:41:10: Dieses Bodenbild dürfen die Kinder gestalten.

00:41:13: Also da gibt

00:41:14: es jetzt auch nicht, der Weg muss so und so sein.

00:41:16: Man kann das sehr kreativ sein.

00:41:18: Das können die Kleinen auch bei Rollen spielen.

00:41:21: Die kommen genauso super an.

00:41:23: Martin zum Beispiel hat neulich bei der Weihnachtsgeschichte den Esel gespielt.

00:41:27: Wo ich gesprochen habe, habe ich dann mit den Ohren gewackelt und bin dann einfach auf den Knie mit den Händen gegangen.

00:41:36: Mir

00:41:36: macht es Spaß,

00:41:37: die Geschichten nachzuspielen.

00:41:40: Ich schaue auch auf Zuhause die Kinderbibel an.

00:41:43: Ob im Kindergarten oder zu Hause, die Bibel kann schon für die Kleinsten ein wichtiger Begleiter sein, sagt Karin Schrom.

00:41:49: Also

00:41:50: so eine Grundbotschaft der Bibel ist ja Gott beschützt uns, Gott behüdet uns und er hört uns immer zu und ist immer für uns da.

00:41:57: Das ist ja sowas, was für ein Kind sehr, sehr wertvoll ist.

00:42:00: Also das ist etwas, was ich mir sehr für die Kinder wünsche, dass die das spüren und diese Botschaft einfach mitnehmen in ihr Leben.

00:42:07: Eben ein zeitloses Werk für jedes Alter.

00:42:10: Nicht nur während der ökumenischen Bibelwoche.

00:42:13: Lydia Jäger für das MKR.