MKR – Das Magazin

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Heute mit Katharina Sichler.

00:00:02: Kerzen sind viel mehr als nur Beleuchtungsmittel.

00:00:06: Sonst würde man sie heute auch gar nicht mehr brauchen.

00:00:09: Kerzen sorgen für Atmosphäre.

00:00:12: Das hat auch die Kirche schon immer gewusst.

00:00:14: Und immer noch gibt es den Brauch, am zweiten Februar, also heute, dem Fest Maria Lichtmes, die Kerzen für die Gottesdienste des ganzen Jahres zu segnen.

00:00:25: Ihre Herstellung war früher mühevoll und der Wachs kostbar.

00:00:29: Daran erinnert in Pfaffenhofen das Wachsziermuseum.

00:00:33: Hans Zipp hat es eingerichtet und das MKR hat ihn besucht.

00:00:37: An einer etwa zehn Meter langen Wand hat Hans Zipp aufgebaut, was ein Wachszier früher so für sein Handwerk gebraucht hat.

00:00:44: Der seventy-Jährige hat es noch von der Pieke auf, von seinem Vater gelernt.

00:00:48: Ja, das ist eine Zuganlage und die besteht aus zwei Trommeln rechts und links.

00:00:55: dann die Zugbank und in der Mitte ist die Zugwanne, die ist gefüllt mit heißen Wachs und auf eine Trommel wird an der Tochter aufgedreht.

00:01:06: Hans Hipp kurbelt an einer der Trommeln, die ein paar Meter voneinander entfernt aufgebaut sind.

00:01:11: Eine Vorrichtung drückt den Tochter in das flüssige Wachs und so entsteht allmählich ein Wachsstrang.

00:01:17: Der wird auf der zweiten Trommel aufgerollt.

00:01:20: Wie dick der Strang und die daraus gemachten Kerzen sind, lässt sich durch das sogenannte Kaliber bestimmen.

00:01:25: Das ist eine Metallscheibe mit unterschiedlich großen Öffnungen.

00:01:29: Hansep muss hochkonzentriert bei der Sache sein und genau auf die Temperatur in der Werkstatt achten.

00:01:35: Wenn der Raum zu heiß ist und man zu schnell zieht, dann pappt alles zusammen und man bringt es nicht mehr auseinander.

00:01:43: Da muss man das aufschneiden und wieder einschmelzen.

00:01:47: Die zweite Möglichkeit, das Gegenteil, wenn es zu kalt ist, dann bricht das ein kleines Stück.

00:01:53: Hier muss man wieder alles neu.

00:01:56: einschmelzen und vor Freunden wieder anfangen.

00:01:58: Traditionell hat das Wachs von Kerzen für die Kirche, aber auch von Tauffund, Kommunionkerzen eine weiße Farbe.

00:02:05: Bis in die neunzehnundzechziger Jahre war dabei ein Bienenwachsanteil von fünfzig Prozent vorgeschrieben.

00:02:11: Das ist von Natur aus aber gelb und mit Schmutzpartikeln durchsetzt.

00:02:15: Hans Hip hat noch selbst mitgeholfen, es in einer mühsamen Prozedur zu bleichen.

00:02:22: Diese Bleichbretter, da sehen Sie, die Bleichbretter sind uralte Bretter hier im Haus mit Vertiefungen.

00:02:34: und diese Scheiben, die entstanden sind, wenn man das gelbe Wachs reingegossen hat, die wurden dann mindestens drei Wochen in die Sonne gelegt.

00:02:45: Danach musste Hans-Hipp das Wachs aus den Rundenvertiefungen herausholen.

00:02:49: Nach einer weiteren Reinigung erhielt es seine maglose weiße Farbe.

00:02:54: Taufkommunion und Hochzeitskerzen haben die Wachszieher auch aufwendig verziert.

00:02:59: Hans-Hipps Vater nahm dazu gerne eine Spezialzange und zwickte damit Muster in die Kerze.

00:03:04: Eine davon hat dem Museum einen Ehrenplatz.

00:03:07: Meine Kommunionkerze hat meinen Vater sechshundertzwanzig Mal gezwickt.

00:03:13: Und ich habe oft, oft gearbeitet und versucht, das zu lernen.

00:03:19: Er wollte es mir auch lernen, aber es war einfach unvorstellbar schwer und mit sehr viel Geduld verbunden, die ich nicht gehabt habe.

00:03:30: In den Wochen vor der Kerzenweihe an Marie-Lichtnis herrschte Hochbetrieb in der Werkstatt.

00:03:35: Am Festtag, also am zweiten Februar, hatte Hanzip allerdings noch keine Ruhe.

00:03:39: Er musste sich ans Steuer sitzen und seinen Vater den ganzen Tag lang mit dem Auto chauffieren.

00:03:45: Er wollte bei so vielen Kerzenweinen dabei sein, wie es nur möglich war.

00:03:51: Und ich kann mich erinnern, dass wir von einer Kirche heraus in die andere Kirche im Auto weggefahren sind.

00:03:57: Und er war stolz, wenn er seine Arbeit auf dem Altar liegen gesehen hat und seine Arbeit gesegnet worden ist.

00:04:08: Die Hips haben zu Maria Lichtmes aber nicht nur Kerzen verkauft.

00:04:11: Im Laden waren einige Wochen zuvor auch Wachsstöcke zu haben.

00:04:15: Dabei werden dünne Wachstrengen zu einem Block gebunden und mit Bildern, Flitter, Kunstblumen oder sogar figurelichen Darstellungen verziert.

00:04:23: Sonders weibliche Dienstboten und junge Frauen bekamen sie zum Lichtmestag geschenkt.

00:04:28: Hans Sipp hat viele davon gesammelt und Prachtexemplare aus ganz Bayern ausgestellt.

00:04:33: Eines ist in Form eines reich verzierten Gebetbuches gestaltet.

00:04:37: dass sich aufklappen lässt.

00:04:39: Das muss eine große Liebe gewesen sein, wenn Sie sehen, ein Gebetbuch in diesem Format zum Öffnen.

00:04:47: Und innen drin ist die heilige Familie in Wachs modelliert, eine Meisterarbeit.

00:04:54: Vielleicht wurde dieses Meisterstück sogar als verkappter Heiratsantrag und Appell zur Familiengründung verschenkt.

00:05:02: Das Verzieren von Wachstücken hat Hans Hieb nicht mehr gelernt, allerdings lädt er manchmal zu Vorführungen im Kerzenziehen ein und gibt das Handwerk auch an seine beiden Söhne weiter.

00:05:11: Das hat in dem Haus, das schon lange der Familie Hieb gehört und in dem heute eine Konditorei mit Kaffee untergebracht ist, eine beeindruckende Tradition.

00:05:20: Also das ist, glaube ich, heute einmalig.

00:05:22: Wir haben es urkundlich nachweisbar bis zum siebzehnten November sechzehnhundertzehn, wobei wir auch bis fünftens siebenund achtzig zurückgehen können.

00:05:33: nach alten Aufzeichnungen, aber urkundlich... könne wir es lückenlos bis siebten November sechzehntundzehn Lochweisen hier im Haus.

00:05:44: Und auch wenn Hans Hipp die kommerzielle Kerzenherstellung schon lange aufgegeben hat, in seinem Museum ist die Geschichte des Handwerks lebendig, das für das Fest Marie Lichtmess einmal so wichtig war.

00:05:55: Aus Pfaffenhofen an der Ilm hallo Esbiel für das MKR.

00:05:59: Das Waxia Museum von Hannsipp, das ist fast täglich von neun bis achtzehn Uhr zugänglich und es ist am Hauptplatz im Zentrum von Pfaffenhofen an der Ilm.

00:06:13: Diese Woche nimmt uns Pfarrer Schießler mit nach Wien, wo vor einigen Tagen erst rund dreitausend Gläubige die Bischofsweihe und Amtseinführung von Josef Grünwegel gefeiert haben.

00:06:25: Warum er sich mehr solche Beschöfe auch hier bei uns wünschen würde und was er am neuen Erzbischof von Wien so bewundert, das hören Sie jetzt in der neuen Folge von Schießlers Woche.

00:06:37: Schießlers Woche.

00:06:59: Ja, es gab schon mal ganz andere Bischofsweine im Wien als die des neuen Erzbischofs Josef Grünwindl in dieser Woche.

00:07:08: Es war der Bischof Kurt Grenn, der spätere Bischof von St.

00:07:11: Pölten, der diesen Hürdenlauf, diesen menschlichen Hürdenlauf erst absolvieren musste, um in den Dom zu gelangen und darin Bischof zu werden.

00:07:21: Sie wollten ihm die Zugang zum Dom möglichst schwierig machen, um damit sinnbildlich zu zeigen, dass die Bischofswei bei dieser Person nichts sinnvoll ist.

00:07:35: Sein Führungsstil und seine Ansichten haben der Kirche vor allem in Österreich nicht unbedingt einen großen Verdienst erwiesen.

00:07:43: Und man kann sagen, die Skepsis und die Vorahnung der Menschen damals die sich da auf den Boden legten, war nicht unberechtigt.

00:07:52: Aber wie anders war es dann doch jetzt bei dieser letzten Bischofsweihe von Josef Grünwidl, eine Briste, der direkt aus dem Volk kommt.

00:08:01: Fünfundzwanzig Jahre ein engagierter Pfarrer in Niederösterreich war, Jugendseelsäger, ein studierter Kirchmusiker und Organistis.

00:08:11: Er musste über keine toten Katholiken drüber steigen, Zeichenhaft versammelte er sich in seinem Bischofshaus mit sechzig jungen Katholiken und ging mit ihnen gemeinsam zum Dom hinüber, zu seiner Weile.

00:08:24: Diese Botschaft war für jeden sichtbar und klar unverständlich.

00:08:29: Ich habe hier einen Plan.

00:08:31: Ich bringe euch der Kirche, die jungen Menschen mit.

00:08:35: Der ganze Weihgottesdienst war ein wirklich etwas sehr Besonderes mit etlichen Symbolen und Gesten.

00:08:41: Die Taufwasserweile, gleich zu Beginn am Eingang des Domes und die Besprängung der Gläubigen durch verschiedene Vertreter der Diözese, auch Leyen.

00:08:51: Dass eine Frau die Bestellungsurkunde des Papstes als Romvordruck und nicht ein höherer Geistlicher der Diözese.

00:08:59: Der Bischofsstab, ein einfacher Holzstab, eines seiner Vorgänger, wurde aus dem Volk sozusagen wie ein Staffelstab herangereicht.

00:09:07: Bis in seinem Vorgänger kann ihn als Schönborn dann ihm am Ende letztlich übergab und er damit Platz nahm auf den Bischofsstuhl, seinem jetzigen Stuhl.

00:09:19: Und die Weile war beendet.

00:09:22: Bemerkenswertbar waren vor allem die Worte, die gesprochen wurden, ehrliche, achtsame, aufrichtige Worte, keine Lobhudelein und vorgezogenen Heiligsprechungen.

00:09:32: Der neue Erzbischof sprach von der Melodie Gottes, die alle Christen gemeinsam singen sollten und als Bischof wolle er kräftig mitsingen.

00:09:41: Darum sei ihm als Organist ganz wichtig, dass auch die Orgelpfeifen sein Bischofswappen schmütten.

00:09:47: Mit dem Worten des heiligen Augustinus heißt es dann so, für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ.

00:09:54: Wegweißend waren aber auch die Worte seines Vorgängers Kardinal Schömborn in seiner sehr persönlichen Predigt.

00:10:00: Nein, sagte er, du wolltest nie Karrieremach in der Kirche.

00:10:04: Du wolltest gar nein sagen zu dieser Berufung, bist du erkannt des worum es eigentlich bei so einem solchen Amt überhaupt doch geht.

00:10:13: Und er rief ihm in den Dom hinein zu, Gott brauchte ich nicht perfekt, sondern verfügbar.

00:10:19: Das war der Zenit, der Höhepunkt in dieser Feier, die eigentliche Erkenntnis für jeden, der dabei war.

00:10:26: Es geht in der Kirche eben nicht wie viele meinen um Perfektion, dass alles glatt läuft, jeder alles richtig macht.

00:10:33: Nein, es geht um Bereitschaft, Verfügbarkeit, um Offenheit.

00:10:37: Der Herr betörte mich und ich ließ mich betören, so beschreibt es schon der Prophet Jeremia, wenn er über seine Berufung spricht.

00:10:45: So konnte man es jetzt, im Schwieener Stephansdom, wiederhören.

00:10:48: Hier geht es nicht um Macht, Verdienst oder Auszeichnung, sondern wirklich nur um das Dienen überhaupt.

00:10:54: Und wie sehr wünsche ich mir, dass dieser neue alte Geist mehr in unsere Kirche um sich greifen würden.

00:11:01: Dass es nicht die Karriereleitern sind, die für viele so attraktiv sind, sondern der Dienst der Menschen.

00:11:07: Wir sollen nicht ein von allen Marklingen befreite Vorzeige-Kirche sein.

00:11:12: Wir sind eine Kirche, die ganz beim Menschen ist, mit ihnen Christ ist.

00:11:17: Und ich möchte es allen zurufen, die wegen der Fehlerhaftigkeit die Kirche meinen, gehen zu müssen.

00:11:22: Nichts habt ihr damit verändert, außer, dass ihr euch aus dem Leben der Kirche selber herausgenommen habt.

00:11:29: Mich erinnert dieses Wort der Verfügbarkeit an Frère Rocher, das er uns in TC sagte und das mich als junger Mensch in meine Berufungssuche so sehr stärkte.

00:11:40: Ihr müsst nicht alles können, rief uns zu, aber mach das, was ihr könnt, mit ganzem Herzen.

00:11:46: Bis heute darf ich diese Einladung folgen.

00:11:50: Und ich erinnere da Maria Lichtmess, dass wir jetzt gerade wieder feiern, das Fest der Darstellung des Herrn.

00:11:55: Weihnachten ist nun wirklich enkültig zu Ende.

00:11:58: Jetzt heißt es hinausgehen in den Jahresalltag.

00:12:01: Aber wir gehen eben nicht mit leeren Händen, wir haben sein Licht dabei.

00:12:05: Nehme die ganze Weihnachtshoffnung mit.

00:12:07: Kerzen bei und kunstvolle Wachstücke erinnern unseren sein Licht, dass in der größten Dunkelheit zu uns kam und niemand von uns weichen wird, was euch immer von uns zukommt.

00:12:19: In der Landwirtschaft wollen wir ja nicht mit immer schon der Zeitpunkt für den jährlichen Stellenwechsel des einfachen Personals, der Märkte und der Knechte.

00:12:27: Den Wind überkommt sie noch bei Kost und Logie auf dem Bauernhof verbringen.

00:12:31: Jetzt naht es früher.

00:12:32: Jetzt heißt es Aufbruch.

00:12:34: Neu Arbeit an anderen Orten.

00:12:37: Neu Anfang irgendwo anders, wo man gebraucht wird und Neues dazulärend.

00:12:42: Neustart mit viel Hoffnung und Optimismus und aber auch unberechenbare Nöte und Erschwärmisse mit einplanen.

00:12:49: Das heißt verfügbar sein.

00:12:51: Mit ganzem Herzen.

00:12:52: So, wie es jetzt dieser neue Erzbischof in Wien sein möchte.

00:12:57: Und ich erinnere dann den so beliebten Blasiussegen am dritten Februar, eingerammt sein vom Licht der beiden gekreuzten Kerzen, die nur eine Botschaft haben, nämlich umgeben sein von den alles tragenden Liebe sollst du bewahrt sein vor allem, dass dir schaden kann.

00:13:12: Bewahrt vor Halskrankheit und allen Bösen heißt es.

00:13:15: Das ist jetzt der ultimativ letzte Geschmack der Weihnacht.

00:13:19: Du kommst deine Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm zu mir, damit sie beide den Blasiossegen gemeinsam empfangen.

00:13:25: Ich spreche den Segenspruch.

00:13:27: Auf die Führ bitte des heiligen Blasios, bewahre euch beiden vor Halskrankheit und allen Bösen, der in der Liebe allmächtige Gott.

00:13:36: Und ich segne sie mit einem Handkreuz in der Luft.

00:13:39: Die Mama sagt laut und deutlich und lächelnd Amen.

00:13:43: Und das Kind?

00:13:44: Es bläst flucks die beiden Kerzen in meiner Hand aus.

00:13:49: Und wir wussten, jawohl, die Verheißung ist jetzt zu Ende.

00:13:52: Jetzt kann es wirklich losgehen.

00:13:54: Möncht uns eine gute Woche an einen guten Start in den Alltag, euer Pfarrer Schießler.

00:14:00: Das war eine neue Folge Schießlers

00:14:02: Woche

00:14:02: von und mit Pfarrer Rainer Maria Schießler.

00:14:05: Eine Produktion

00:14:06: des katholischen

00:14:07: Medienhauses St.

00:14:08: Michaelsbund und

00:14:09: des

00:14:10: MKR.

00:14:17: Er ist offiziell zu Ende, der Reformprozess Synodaler Weg der katholischen Kirche.

00:14:23: Am Wochenende fand die letzte Versammlung in Stuttgart statt.

00:14:26: Sechs Jahre haben Lein und Bischöfe gemeinsam um die Zukunft der Kirche gerungen.

00:14:32: Von Beginn an war der als geistlicher Prozess angelegt.

00:14:36: Ob ein Geist zu spüren war, dem ist mein Kollege Paul Hasel nachgegangen.

00:14:41: Es gab einen Moment, da stand der Synodale Weg

00:14:44: auf der Kippe.

00:14:45: Die Versammlung war in Schockstarre, als der Grundlagentext zur Sexualmoral

00:14:50: durchfiel.

00:14:52: Schwester Katharina Klüttmann aus

00:14:53: Münster

00:14:54: kann sich noch gut daran erinnern.

00:14:56: Nicht nur wegen des

00:14:57: Ergebnisses.

00:14:59: Und ich war so entsetzt und so

00:15:01: führend,

00:15:02: dass ich dachte, das kann doch jetzt nicht sein.

00:15:04: Aber du musst jetzt auch nichts sagen, es gibt genug Leute, die etwas sagen.

00:15:08: Und in diesem Moment, wo ich beschlossen habe, ich

00:15:11: sage

00:15:11: nichts, viel Einsatz vom Himmel.

00:15:14: Also ich bin echt nicht so charismatisch, mystisch veranlacht, aber der viel vom Himmel, ich habe ein Zettel genommen, ich habe den aufgeschrieben und in dem Moment, wo ich ihn aufschrieb, wusste ich, den musst du jetzt sagen.

00:15:26: Und das tat sie auch.

00:15:27: Sie stellte den Bischöfen die Frage, ob sie noch an der Seite der Leinen stehen und ging damit viral.

00:15:34: Die Franziskarnerin hat noch nie eine Versammlung erlebt, in der sie den heiligen Geist so sehr gespürt hat.

00:15:42: Der dreißigjährigen

00:15:43: Synodalen Viola Kohlberger

00:15:45: ging es ähnlich.

00:15:46: Zwischendurch hatte ich das Gefühl, wir sind auf einem gemeinsamen Weg,

00:15:50: tatsächlich.

00:15:52: Und

00:15:53: wir hören einander zu

00:15:54: und so.

00:15:55: Und da ist

00:15:56: eine Bereitschaft, da

00:15:57: von allen aufeinander zuzugehen und bestimmte Themen zu bearbeiten.

00:16:02: Und ich glaube, da war die Heilige Geistkraft ganz deutlich

00:16:05: spürbar.

00:16:06: Ob Wortbeitrag, Seitengespräche oder das Verschriftlichen eines Textes.

00:16:11: Für den Pastoralreferenten und Synodalen Konstantin Bischoff ist altersgeistlich.

00:16:16: Also der Heilige Geist spürbar.

00:16:18: Wir

00:16:19: müssen uns immer

00:16:20: wieder daran erinnern,

00:16:21: dass wir

00:16:21: als Geschöpfe,

00:16:22: die

00:16:22: wir sind,

00:16:23: denkende Beziehung lebende Menschen sind und dass das Beziehung

00:16:26: Leben

00:16:27: positiv wie negativ, das miteinander

00:16:29: sprechen,

00:16:29: mit gemeinsamer Meinung

00:16:31: und

00:16:31: anderer Meinung, dass das

00:16:32: alles richtig

00:16:33: geistlich

00:16:34: ist.

00:16:35: Aber es ist es

00:16:35: auch nur dann, wenn wir uns dessen

00:16:37: bewusst machen.

00:16:38: Und genau das ist die Aufgabe der geistlichen Begleitung.

00:16:42: Die Theologin Maria Boxberg war eine von zwei geistlichen Begleitern beim Synodalen Weg.

00:16:48: Sie empfand ihre Aufgabe nicht als steuernd, sondern als wahrnehmend.

00:16:54: Welche

00:16:55: Stimmung

00:16:55: ist da bei den Menschen, bei den Einzelnen,

00:16:58: die sich zu Wort

00:16:59: melden,

00:17:00: um

00:17:00: etwas auszusprechen,

00:17:02: was vielleicht

00:17:03: andere spüren und

00:17:05: im Moment nicht

00:17:06: sagen möchten oder sich nicht zu sagen trauen oder vielleicht auch noch gar nicht

00:17:11: im Wort haben?

00:17:12: Das Geistliche Rahmenprogramm mit

00:17:14: Impulsen, Gottesdiensten

00:17:16: und Momenten der Stille war eine Möglichkeit,

00:17:19: sich die spirituelle

00:17:21: Dimension des Prozesses bewusst zu machen.

00:17:24: Und das hat den Synodalen Weg zu viel mehr als einer parlamentarischen Versammlung gemacht.

00:17:30: Paul Hasel

00:17:31: für das MKR.

00:17:37: Wir sind mittendrin in der fünften Jahreszeit, die Stadt ist bunt geschmückte, jedes Wochenende gibt es Sitzungen und ganz klar, die Fastnacht, die braucht sie, die Narren.

00:17:47: Sie gehören dazu, wie der Dom zu Köln und das Armen in der Kirche.

00:17:52: Aber woher kommt der nah?

00:17:54: Einer, der sich da auskennt, ist Peter Kravitz.

00:17:57: Er ist Vizesef beim Bund Deutscher Karneval und er hat dazu ein Buch geschrieben.

00:18:02: Spiritualität der Narren.

00:18:04: Welche Rolle hat denn jetzt aber nun der Naher heute noch in der Fastnacht?

00:18:09: Bei uns also ist es ganz

00:18:10: klar, der Nahrer

00:18:12: derjenige,

00:18:13: der

00:18:13: sich das rühgerecht,

00:18:14: das auch aus dem

00:18:15: Mittelalter stammt, zu eigen

00:18:17: macht und eben kritisiert.

00:18:19: Und

00:18:20: der Nahrer hat die Aufgabe der Gesellschaft,

00:18:23: aber auch der Obrigkeit,

00:18:25: den Spiegel vorzuhalten und Kritik zu

00:18:27: üben und sich lustig

00:18:29: zu machen.

00:18:30: Die

00:18:30: Fast-Nacht, die braucht also die Narren, aber so im Alltag ist das ja eher eine Beleidigung, wenn ich zum Beispiel sage, du nah, du.

00:18:38: Auch in der Bibel kommt der Nah nicht gut weg, aber woran liegt das eigentlich?

00:18:43: Das Ganze geht zurück auf den Beginn des Psalms.

00:18:47: Zweiundfünfzig,

00:18:48: wo es heißt

00:18:49: Dixit in Scipiens

00:18:51: Deus non est.

00:18:53: Was heißt der

00:18:54: Dumme, der Narr sagt,

00:18:56: Gott gibt es nicht.

00:18:58: Das heißt also, der Narr ist derjenige, der nicht an Gott glaubt, der nicht die Gebote hält,

00:19:03: der außerhalb der Norm steht.

00:19:06: Ja, und wann hat sich das gewandelt?

00:19:08: und auch, dass der Nahe in der Fastnacht so positiv gesehen wird?

00:19:12: Ich würde sagen, dieses Verständnis

00:19:14: vom Nahen

00:19:15: geht sicherlich auf Erasmus von Rotterdam zurück,

00:19:19: der fifteenhundertfünfzehn

00:19:20: das Lob der Torheit geschrieben hat und worin ein Kernsatz etwa

00:19:26: lautet,

00:19:26: dass der

00:19:27: Nahe

00:19:27: die Wahrheit sagt und wenn der Nahe sie sagt, dann tut er

00:19:31: das ungestraft,

00:19:32: man belohnt ihn sogar dafür, man achtet ihn dafür.

00:19:36: Und damit sorgt er nah für gute Laune und viele Lacher bei der Fastnacht auch jetzt wieder in den dollen Tagen.

00:19:42: Und wenn Sie es nochmal genau nachlesen wollen, das Buch von Peter Kravitz, das heißt Spiritualität der Narren und ist im echter Verlag erschienen.

00:19:52: Und Sie können es sich ganz einfach unter michelsbund.de bestellen.

00:20:00: Egal, ob in der Tram, der Arbeit oder beim Weggehen.

00:20:04: Überall wird gerade geschnieft und gehustet.

00:20:07: Gegen so ein Kratzen im Hals gibt es natürlich einiges an Hausmitteln oder in der Apotheke, aber auch in der Kirche.

00:20:16: Heute nach dem Gottesdienst.

00:20:17: Gefeiert wird nämlich der heilige Blasius und Pfarrer Stefan Maria Hupperts aus dem Pfarrverband München West, der erzählt, was der eigentlich nochmal mit Halsschmerzen zu tun hat.

00:20:28: Da gibt es die schöne Legende,

00:20:29: dass

00:20:30: mit Blasius zusammen ein junger Mann

00:20:32: im Gefängnis war,

00:20:33: der eine Fischkräte

00:20:34: verschluckt hat.

00:20:35: Und auf das Gebet des heiligen Blasius-Szenen habe sich diese Fischkräte gelöst.

00:20:40: Der junge

00:20:40: Mann hat überlebt und daher wird Blasius mit dem Hals und allem, was damit zusammenhängt, in Verbindung gebracht.

00:20:47: Immer rund um den Gedenktag gibt es dann in den Kirchen einen Segen.

00:20:52: Der Pfarrer, der hält dann zwei brennende Kerzen kreuzförmig vor dem Hals der Gläubigen und sagt dann ein paar Worte.

00:20:59: Wunderheilung, die ist aber leider ausgeschlossen.

00:21:03: Natürlich

00:21:03: schützt das auch nicht vor einer Erkältung, aber es heißt, wenn Gott auf mich schaut,

00:21:09: dann schaue ich doch bitte

00:21:10: auch nochmal selber auf mich.

00:21:12: Das hat doch mal was zu tun mit Verantwortung, mit Wachssein, mit Wachsamsein.

00:21:18: Und,

00:21:18: und das ist, glaube ich, das, was jeder sehen kann, das

00:21:21: Gutes zugesprochen wird,

00:21:22: nämlich, dass Gott mitgeht.

00:21:24: Also, vielleicht einfach mal ausprobieren.

00:21:26: Schaden tut es ja nicht.

00:21:28: Zum Beispiel heute Abend im Münchner Liebfrauendom nach dem Gottesdienst um achtzehn Uhr.

00:21:38: Sie hören ihr MKR das Kirchenradio, das sie vielleicht schon bald in den sonnigen Süden mitnimmt, denn auch in diesem Jahr laden wir sie Samtbegleitung wieder zu einer richtig coolen Pilgerreise ein.

00:21:49: Wie, wo, was und überhaupt, das weiß meine Kollegin Linda Burkhardt, die jetzt bei mir ist im Studio.

00:21:55: Servus Linda, schön, dass du vorbei schaust und erzähl jetzt mal, wir verlosen dieses Jahr wieder eine Pilgerreise, wohin geht's denn?

00:22:04: Hallo Katharina!

00:22:05: Ja, wie du schon gesagt hast, wir nehmen eine oder einen von unseren Hörerinnen und Hörern samt Begleitung mit auf Pilgerreise und das nach Malta.

00:22:14: Ja, das klingt ja super.

00:22:15: Malta, das habe ich mir auch schon öfter mal überlegt.

00:22:19: Aber sag mal, was macht Malta denn eigentlich so zum Pilgerziel?

00:22:22: Also, war Paulus auf der Insel denn so dermaßen präsent?

00:22:27: Allerdings, Irmgard Jehle, die Geschäftsführerin vom Bayerischen

00:22:30: Pilger Büro,

00:22:31: hat mir da vor Kurzem so einiges über die Insel und den Apostel Paulus verraten.

00:22:36: Als

00:22:37: Pilger steht natürlich vor allem für uns im Mittelpunkt Paulus und seine Geschichte.

00:22:41: Paulus, der dort überwintert hat, missioniert hat

00:22:44: und das ganze

00:22:45: Christentum dort in Malta ist Paulinisch geprägt, nicht nur die Pauluskathedrale, sondern es gibt

00:22:50: viele Orte,

00:22:51: die mit Paulus direkt in Verbindung stehen, wo er gewohnt hat, dann die Pauluskathakomben, wo die ersten Christen begraben sind.

00:22:58: Seine Lehre und Paulus selber ist dort einfach präsent?

00:23:03: Also du siehst, an Paulus ist auf Malta wirklich kein Vorbeikommen.

00:23:08: Das klingt toll.

00:23:09: und ja, wenn ich nicht hier arbeiten würde, dann würde ich natürlich auch sofort mitmachen.

00:23:14: Was müsste ich denn dafür tun?

00:23:16: Das geht wirklich ganz einfach.

00:23:18: Alle, die mit Begleitung gratis auf Pilgerreise nach Maltaf liegen wollen, die können uns eine WhatsApp-Sprachnachricht schicken oder auf unsere Mailbox sprechen.

00:23:28: Beides geht ganz einfach und zwar unter der Telefonnummer Zweiundzwanzig, Fünfundfünfzig, Fünfundfünfzig.

00:23:48: Und da landen sie dann in unserem virtuellen Lostopf.

00:23:51: Ja und mit ein bisschen Glück geht es dann samt Begleitung quasi all-inclusive auf Pigareise nach Malta mit dem Bayerischen Pigabüro.

00:24:00: Richtig tolle Aktion und ich würde sagen, ich drück Ihnen allen die Daumen, dass wir Sie Mitte März ziehen und wir Sie dann samt Begleitung auf Pilger Reise nach Malta auf die Spuren des Apostels Paulus schicken.

00:24:14: Mitmachen geht ganz einfach, also einfach eine WhatsApp-Sprachnachricht.

00:24:18: oder eine Nachricht auf unserem AB hinterlassen und mit ein bisschen Glück gewinnen, nochmal die Nummer an die Sie Ihre Sprachnachricht schicken oder auf den AB sprechen können, Nullachtneun für München, zwei drei, zwei zwei und vier mal die fünf.

00:24:34: Ich wiederhole nochmal, Nullachtneun für München, zwei drei, zwei zwei und vier mal die fünf.

00:24:41: Wir sagen herzlichen Dank an das Bayerische Pilger Büro und drücken ganz fest die Daumen.

00:24:46: Also nicht warten!

00:24:48: Mitmachen.

00:25:19: Joachim, ihr sprecht über den sogenannten Winterblues.

00:25:23: Ihr macht aber auch deutlich, das ist nichts Krankhaftes, sondern erst mal eine ganz normale Reaktion.

00:25:30: Ganz genau.

00:25:31: Jetzt, Anfang Februar, ist ja eigentlich eine merkwürdige Zeit.

00:25:34: Einerseits sind die Tage schon deutlich länger geworden, ungefähr eine Stunde.

00:25:39: Andererseits, der Frühling ist noch so weit weg.

00:25:42: Und das ist für manche eben nicht ganz einfach.

00:25:45: Es ist immer noch kalt, dunkel und es nimmt einfach kein Ende.

00:25:49: Und während die einen vielleicht sich mit Fasching ablenken und schon in Feierlaune sind, da schlägt es den anderen einfach aufs Gemüt und die hängen jeden Tag zu Hause rum und wissen nicht so recht, was sie machen sollen.

00:26:01: Sie fühlen sich kraftlos und es ist irgendwie alles ganz schlimm.

00:26:04: Und das ist eben ein ganz typisches Winterphänomen und wir zeigen, wie man da Abhilfe schaffen kann.

00:26:11: Da gibt es nämlich ein paar kleine Tricks und die sind hochspannend, zum Beispiel mit Licht oder auch... indem man sich mit einem gut gelaunten Menschen verabredet.

00:26:21: Klingt kurios, aber hilft viel.

00:26:24: Und so manches mehr.

00:26:25: Und diese Sache sind wir in unserer neuen Ausgabe nachgegangen.

00:26:29: Licht uns sich mit gut gelaunten Menschen treffen, das hilft schon mal gegen Winter bloß.

00:26:34: Mehr Tipps.

00:26:35: Natürlich im Magazin, du hast es gerade gesagt.

00:26:38: Innerhalten fragt aber nicht nur, was tut mir gut, sondern auch, wo wird Hilfe ganz konkret gebraucht und was können wir dazu beitragen?

00:26:47: Ihr berichtet deshalb zum Beispiel auch über den Bau einer Gemeindeklinik in Tanzania.

00:26:53: Sag mal, was unterscheidet denn dieses Projekt so von klassischer Entwicklungshilfe?

00:26:59: Ja, das ist eine ganz spannende Geschichte.

00:27:02: Wir haben nämlich einen direkten Bezug hier von München aus und haben uns mit der Gründerin einer Münchner Hilfsorganisation getroffen, die also höchst selbst hier mit Hand anlegt und dafür sorgt, dass den Menschen in Tanzania geholfen wird.

00:27:19: Eine ganz interessante Sache, da geht es um einen ländlichen Raum, wo die Menschen ohne jegliche medizinische Versorgung leben.

00:27:26: Und

00:27:27: das

00:27:28: hat schwerwiegende Folgen.

00:27:29: Also wenn jemand krank wird oder wenn ein Kind geboren wird, dann macht sich das sehr schnell bemerkbar, wenn kein professioneller Arzt zugegen ist, wenn es keine Medikamente, keine medizinischen Geräte gibt.

00:27:41: Und hier möchte nun eben der christliche Entwicklungsdienst, so heißt diese Organisation aus München, Abhilfe schaffen.

00:27:49: Und das sind natürlich bürokratische Hürden mit im Spiel.

00:27:52: Da gibt es Finanzierungsprobleme.

00:27:54: Und wir erzählen diese Geschichte in unserer neuen Ausgabe.

00:27:59: Ganz spannende Geschichte, kann ich nur empfehlen.

00:28:01: Danke Joachim für den Einblick in das neue Heft.

00:28:04: Zwei Themen, die auf den ersten Blick erst mal wenig miteinander zu tun haben, zeigen in der neuen Ausgabe von Innerhalten aber, worum es letztlich geht.

00:28:13: Aufmerksam bleiben für das eigene Leben und für die Situation anderer.

00:28:17: Das Magazin innehalten.

00:28:19: Erhalten Sie in vielen Kirchen des Erzbistums München und Freising.

00:28:22: Sie können es sich ganz bequem nach Hause liefern lassen oder es digital in unserer Michaelsbund-App lesen.

00:28:29: Viel Spaß dabei!

00:28:34: Seit dem Oktober vergangenen Jahres schweigen die Waffen im Gasastreifen.

00:28:39: Jedenfalls meistens, denn es herrscht offiziell eine Waffenruhe.

00:28:43: Nach zwei Jahren Krieg, der ausgelöst wurde durch den Überfall der Hermas auf Israel.

00:28:49: Noch immer ist es allerdings schwierig, über die Lage dort zu berichten, denn Journalisten dürfen nicht einreisen.

00:28:55: In der aktuellen Folge der Reisewarnung geht es genau um diese Region.

00:29:00: Meine Kollegin Brigitte Strauß demoderiert diesen Podcast.

00:29:04: Brigitte, sag mal, warum könnt ihr denn trotzdem über diese Lage dort berichten?

00:29:09: Das liegt daran, dass M. in vielen Ländern der Welt Projektpartner hat.

00:29:12: Das sind in der Regel katholische Pfarreien, Einrichtungen oder Ordensniederlassungen, also Leute, die dort Immer wohnen.

00:29:20: Im Fall von Gaza ist das etwas anders.

00:29:22: Da sitzen die Projektpartner an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten, und zwar auf ägyptischer Seite.

00:29:28: Aber man ist ja gut vernetzt.

00:29:31: Und so konnte Mission-Redakteurin Christina Balbach eine Recherche quasi vom Schreibtisch aus starten.

00:29:37: Sie hat inzwischen nämlich viele ziemlich interessante Nummern in ihrem Handy gespeichert.

00:29:41: Ja, und mit wem hat sie denn dann dort gesprochen?

00:29:44: Ja, unter anderem mit Kardinal Pierre Batista Pizzaballa, das ist der lateinische Patriarch von Jerusalem und mit dem hat sie telefoniert.

00:29:52: Er saß gerade im Vorraum von dem Kindergarten in Jerusalem, weil irgendwas mit seinem Büro war und er war gerade unterwegs und hat sich dann dazu geschaltet und hat eben auch nochmal berichtet, weil er in diesen Kriegszeiten jetzt mehrfach in Gaza war.

00:30:09: Das war kurz vor Weihnachten, er hat dann auch gesagt, er fährt Weihnachten auf jeden Fall wieder hin, hat er dann auch gemacht.

00:30:16: Und Gabriel Romanelli hat Schokolade verteilt, habe ich mir sagen lassen, woher die kam, weiß ich nicht.

00:30:22: Es muss wohl ein besseres Weihnachten gewesen sein als im letzten Jahr.

00:30:27: Was ja nicht allzu schwierig ist, wenn die Waffen zumindest meistens schweigen.

00:30:32: Ja, allerdings.

00:30:33: Wie war denn jetzt der andere Name, den ich da gerade ... gehört habe.

00:30:37: Wen hat sie da genannt?

00:30:39: Und wer hat da die Schokolade verteilt?

00:30:41: Gabriel Romanelli war der Name.

00:30:43: Das ist der Pfarrer der einzigen katholischen Gemeinde in Gaza.

00:30:47: Holy Family heißt diese Pfarrerei.

00:30:49: Zu der gehören geschätzt noch etwa fünfhundert Christen.

00:30:53: Und das er Schokolade verteilen will, hatte er schon vor Weihnachten gesagt, einfach als Weihnachtsgeschenk.

00:31:00: Das allen gut tut nach den schweren Jahren.

00:31:03: Und mit ihm hat dann Christina Ballbach auch selbst gesprochen?

00:31:07: Nein, obwohl sie seine Handynummer tatsächlich hat, aber er hat irgendwann während des Konflikts aufgehört, Interviews zu geben, weil es einfach zu viel wurde und er sich um die Menschen in seiner Gemeinde und seiner Nachbarschaft kümmern wollte.

00:31:20: Auch auf diese Gemeinde sind ja Bomben gefallen, auch hier sind Menschen gestorben, aber Christina Ballbach sagt, die Kirche sei ein vergleichsweise sicherer Ort gewesen.

00:31:29: Ganz viele haben da Zuflucht gefunden und vor allen Dingen natürlich auch Muslime, also die ganze muslimische Nachbarschaft, hat dort Beistand gefunden.

00:31:38: Es gab immer wieder auch humanitäre Hilfe über diesen kurzen Draht zur katholischen Kirche, kam doch auch mal Lebensmittel und Medikamente und davon haben alle dort profitiert.

00:31:50: Und

00:31:51: diese Pfarrei war wohl nicht das erklärte Ziel von Bomben, auch wenn einige auch eben dort gefallen sind.

00:31:57: Die Kirche also steht noch einige Gebäude, die zu der Gemeinde gehören, aber nicht mehr.

00:32:02: Und das hat die Mischokollegin dann alles herausgefunden, als sie mit dem Kardinal gesprochen hat?

00:32:08: Nein, nicht nur.

00:32:09: Eine andere Quelle waren tatsächlich die sozialen Medien.

00:32:12: Denn der Pfarrer, der aufgehört hat, Interviews zu geben, der hat ein Social Media Team zusammengestellt.

00:32:18: Und wer ihm gefolgt ist, er konnte tagesaktuell sehen, wie die Lage war.

00:32:23: Ein Video auf YouTube, das nach dem Beginn des Waffenstillstands veröffentlicht wurde, hat Christina dabei besonders erschüttert.

00:32:30: Da wird ein ganz regulärer Gottesdienst gefeiert und auf einmal knallt.

00:32:34: es scheint nicht weit weg zu sein.

00:32:36: Und die ganzen Fensterläden fliegen nach innen.

00:32:39: Und für mich war es eindrücklich zu sehen, wie dieser Gottesdienst weitergeht, wie die Leute sitzen bleiben.

00:32:47: Aber man sieht einfach nach zwei Jahren in Glaser Stadt ist dieser Alltag für die Menschen anders.

00:32:53: Also

00:32:53: du und ich, wir hätten uns wahrscheinlich auf den Boden geschmissen und vor Angst gezittert.

00:32:58: Ja, wahrscheinlich.

00:33:00: Du hast am Anfang gesagt, Miss Jo hat aber auch Projektpartner in der Region.

00:33:04: Wer sind die denn?

00:33:05: Ja, genau.

00:33:06: Die helfen den Menschen, die nach Ägypten fliehen konnten.

00:33:08: Mit denen hat sie auch telefoniert.

00:33:10: Aber das ist noch mal eine ganz andere Geschichte und die wird in der nächsten Folge der Reisewarnung erzählt.

00:33:16: Erst mal geht's in der aktuellen Folge um die Christen in Gaza und um ihre Nachbarn.

00:33:21: Zu hören ist das alles.

00:33:22: In der aktuellen Folge der Reisewarnung überall da, wo sie ihren Podcast hören.

00:33:32: Der erste Monat des Jahres ist zwar schon durch, wenn sie aber doch noch einen Vorsatz suchen.

00:33:38: Wir hätten da vielleicht was.

00:33:40: Machen Sie mal eine Pause.

00:33:42: Klingt einfach, ist es aber in unserer durchgetakteten Welt oft nicht.

00:33:47: Wir haben mal Engelbert Dürnberger nach ein paar Tipps gefragt, denn er ist nicht nur erfahrener Seelsorger, sondern auch ausgebildeter Coach und Supervisor.

00:33:57: Und er sagt,

00:33:58: es

00:33:58: kann eigentlich nicht sein, dass jemand keine Zeit für Pausen hat.

00:34:02: Zeit haben tun wir ja sowieso nicht.

00:34:05: Also wenn dann nehmen wir uns Zeit für Dinge, die uns wichtig sind.

00:34:09: Und selbst jemand, der sagt, die Arbeit ist mir besonders wichtig, der wird früher später auch auf das Thema Pausen kommen, weil die helfen uns ja, dass wir effektiv sind, dass wir kreativ sind, alles, was letztendlich auch der Arbeit dient, wenn das der besondere Wert für ihn wäre.

00:34:26: Und Pfarrer Dürnberger setzt noch eins obendrauf.

00:34:29: Wer keine Pausen macht, handelt eigentlich gegen die Natur.

00:34:32: Also wenn man in der Natur schaut, dann findet man dort sehr eindrücklich den Zyklus des Lebens.

00:34:39: Es geht im Frühling los.

00:34:41: Da sammeln Pflanzen die Kraft und treiben aus.

00:34:45: Das geht dann weiter in den Sommer, wo die Pflanzen blühen, ihre ganze Pracht zeigen.

00:34:51: Es geht über in den Herbst.

00:34:54: wo das Thema Ernte und Reife da ist.

00:34:58: Und dann kommt der Winter.

00:35:00: Und der Winter ist die Brache, die Ruhezeit, damit im Frühling wieder genug Energie ist, um neu auszutreiben, um neu zu wachsen.

00:35:08: Dieser Zyklus des Lebendigen findet sich überall, auch bei Menschen.

00:35:12: Auch er braucht Unterbrechungen, um gut zu sein, in dem was er tut.

00:35:15: Dabei ist aber wichtig, sagt der Coach, dass jeder für sich auch wahrnimmt, wenn er Pausen braucht und was speziell ihm in diesen Pausen gut tut.

00:35:22: Denn für den einen ist eine anstrengende Bergtour, eine gute und erholsame Pause vom Alltag und für den anderen ist es vielleicht der Nachmittag auf der Couch mit Lieblingsmusik oder einem schönen Buch.

00:35:38: Ich glaube, man sollte einfach darauf schauen, was ist die Wirkung.

00:35:44: Tut's mir gut, bin ich danach tatsächlich erholt, sind Batterien wieder aufgeladen oder nicht?

00:35:50: und wenn nicht, dann anders machen.

00:35:52: Kein richtig oder falsch also bei der Pausenbeschäftigung.

00:35:55: helfen und entspannen soll es.

00:35:57: Und eine Pause, eine Erholung muss nicht immer eine nachmittagsfüllende Veranstaltung sein.

00:36:02: Es gibt viele kleine Möglichkeiten im Laufe eines Tages, sich zu entspannen, zu sich zu kommen.

00:36:07: Ich erlebe als einen der großen Pausenfresser und Pausenvernichter unser Handy und unser Smartphone.

00:36:14: Wenn ich mit der U-Bahn fahre, dann gibt es kaum einen Menschen, der nicht auf sein Handy

00:36:20: schaut

00:36:20: oder mit seinem Smartphone beschäftigt ist.

00:36:23: Solche Fahrzeiten oder Wartezeiten sind eigentlich die natürlichen Pausen, die wir so haben könnten im Leben.

00:36:31: Und ich habe für mich jetzt zumindest den Vorsatz genommen, dass ich das Handy möglichst oft

00:36:37: stumm

00:36:38: in der Tasche behalte.

00:36:39: ist weder auf den Tisch lege, noch bei solchen U-Bahn-Fahrten, Trambahn-Fahrten, wie auch immer in die Hand nehme, sondern einfach mal schau, was ist denn so da, was wird, was geht, was ist.

00:36:52: Und natürlich ist für den Seelsorger eine der Möglichkeiten, sich selbst aus dem Getriebe des Alltags herauszunehmen, die eigene Spiritualität, der Glaube.

00:37:00: Er hat seinen Platz im täglichen Leben und gehört für viele Menschen dazu.

00:37:03: Die herrliche Theresa von Avila hat angeblich mal gesagt, Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen.

00:37:09: Also das heißt ja nichts anderes, als dass wir Gott nicht außerhalb unseres Alltags denken müssen oder sollten, sondern dass wir ihn im Alltag mit uns in jeder Sekunde bei jedem Atemzug unseres Lebens mitdenken müssen.

00:37:25: Und in der Gegenwart Gottesleben ist ja letztlich auch das Ziel der spirituellen Wege, ist ja Spiritualität schlechthin.

00:37:33: In der Energie und Kraft Gottes zu leben und nicht am Sonntag für eine Stunde in die Kirche zu gehen und zu glauben, dass es jetzt Spiritualität oder Religion

00:37:43: ist.

00:37:43: Diese Beziehung will gepflegt sein, ist Faradernberger überzeugt.

00:37:46: Wie das passiert, muss jeder und jede selbst herausfinden.

00:37:49: Das können Gebete sein, das still werden, aber auch das Konzert in einer Kirche.

00:37:54: Jeden tut auch hier etwas anderes gut.

00:37:56: Willi Witte für das MKR.

00:38:02: Alle sieben Jahre führen in den Gemeinden des Erzbistums München und Freising die Schäffler wieder ihren traditionellen Tanz auf, in schwarzen Bundhosen und roten Jacken.

00:38:13: Gegründet

00:38:14: worden ist dieser Brauch in München und hier haben die Tänzer Heuer auch wieder das älteste Pflege- und Seniorenheim der Stadt besucht, das Vincentinum, mit ihrer traditionellen Tanzmelodie und jeder Menge guter Laune.

00:38:34: In gemessenem Schleifschritt tanzen die Schäfler im Hof des Vincentinums ihre traditionellen Figuren, einer der jüngsten Johannes Lindel, zum Ursprung des alten Brauchs.

00:38:43: In München gab es eine Pest und da haben sich ein paar Burschen gedacht, also gehen wir wieder auf die Straße und

00:38:51: muntern die Leute ein bisschen auf

00:38:52: und das waren eben Fassmacher,

00:38:53: die Schäfler nennt man sie in Bayern.

00:38:55: und haben dann ihren Tanz aufgeführt, um wieder Freude in die Gesellschaft zu bringen.

00:38:59: Die Leute trauten sich wieder auf die Straße und die Schäffler gelobten, ihren Tanz mit den buchsbarm begrünten Fassreifen alle sieben Jahre wieder aufzuführen, wenn die Pest die Landeshauptstadt verschonte.

00:39:10: Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Tanzfiguren dazu, zum Beispiel die Schlange.

00:39:13: Mit der Figur,

00:39:14: mit der

00:39:14: wir anfangen, das ist

00:39:15: die Schlange.

00:39:17: Und

00:39:17: der Legende nach hat

00:39:18: eben der Lindwurm,

00:39:21: die Krankheit,

00:39:21: die Pest unter die Leute gebracht

00:39:23: und schlängelt sich.

00:39:25: durch die Gesellschaft

00:39:26: eben diese

00:39:26: Krankheit.

00:39:27: Johannes Lindl ist zwanzig und ist seit sechs Jahren Mitglied bei den Schäflern.

00:39:31: Neben den Tänzern gibt es noch die Kaschball, die den Zuschauern eine schwarze Nase malen.

00:39:35: Das soll Glück bringen.

00:39:36: Oder die Reifenschwinger.

00:39:37: Sie schwingen ihre Holzreif mit einem Schnapsglas in der Mitte, ohne etwas zu verschütten.

00:39:41: Manche der Schäflertermine gehören schon zur Tradition, wie der M. Vincentinum.

00:39:46: Und mit ihrem Auftritt erfreuen sie nicht nur die Senioren im Heim, erläutert der Hausleiter Karl Wagner.

00:39:51: Das ist letztendlich

00:39:52: ein Projekt,

00:39:53: Jung trifft Alt.

00:39:54: Unser Träger

00:39:55: hat jetzt nicht nur das

00:39:55: Seniorenheim, sondern

00:39:56: wir haben noch drei Kindergärten bzw.

00:39:59: vier

00:39:59: Kindergärten

00:40:00: und eine Schule.

00:40:01: Und da kam einfach so die Idee irgendwann mal auf,

00:40:05: wieso

00:40:06: holen wir uns nicht

00:40:07: die jungen Menschen

00:40:07: und die alten Menschen.

00:40:08: Oft ist es

00:40:09: ja so, dass gerade in den

00:40:10: Großstädten

00:40:11: der junge Mensch gar nicht weiß, was der

00:40:13: alte Mensch so macht.

00:40:14: Deswegen treffen wir uns

00:40:15: zu Ostern,

00:40:16: zu Weihnachten, besuchen Theater oder Museen sogar.

00:40:20: Oder eben jetzt hier

00:40:22: diese

00:40:22: traditionelle Geschichte

00:40:23: mit dem

00:40:24: Schäfler-Tanz.

00:40:24: Das ist auch was Schönes.

00:40:25: Da kommt Jung

00:40:26: und All zusammen

00:40:27: und das ist eine schöne

00:40:29: Sache.

00:40:29: Finden auch die Kinder und kennen sich mit den Schäflern teilweise bestens aus wie die kleine Hedi.

00:40:34: Es fuhr ja

00:40:35: ganz eine Pest und

00:40:38: die

00:40:38: ... Dann haben sich ein

00:40:39: paar Leute den Häusern versteckt, weil sie auch nicht diese fest wollten.

00:40:44: Und dann

00:40:45: haben die

00:40:47: Schäfler die wieder rausgelockt.

00:40:49: Aus dem Haus gelockt haben die Schäfler auch die Senioren des Vincentinums trotz des winterlichen Wetters.

00:40:54: Es war sehr schön.

00:40:55: Ich bewundere die Männer, die so was machen.

00:40:57: Das ist

00:40:58: bestimmt nicht einfach.

00:40:59: Also die

00:40:59: schweren gelandten und dann

00:41:01: noch das Tanzen

00:41:02: dabei.

00:41:02: Ich

00:41:02: bin auch begeistert, wollte immer rausgehen und mit tanzen.

00:41:05: Es war wunderbar.

00:41:07: Ich habe nicht richtig ...

00:41:20: Mit der großen Eröffnungsfeuer beginnen heute in Mailand offiziell die Olympischen Winterspiele.

00:41:26: Und mittendrin ist Elisabeth Keilmann.

00:41:29: Sie ist aber keine Athletin, sondern Seelsorgerin.

00:41:33: ausgesendet von der Deutschen Bischofskonferenz, gemeinsam mit ihrem evangelischen Kollegen.

00:41:38: Wir sind vor Ort, um für das deutsche Team da zu sein.

00:41:41: Wir sind rund um die Uhr ansprechbar, haben Zeit zum Zuhören und für vertrauensvolle Gespräche.

00:41:48: Aber wir schaffen auch mal die Gelegenheit, um zur Ruhe zu kommen und Kraft für die nächsten Tage zu finden.

00:41:54: Vor Olympia stehen Jahre der Vorbereitung.

00:41:56: Die Athletinnen und Athleten tun alles für die Teilnahme und für eine Platzierung.

00:42:02: Genau deshalb ist der Einsatz der Seelsorge auch so wichtig.

00:42:06: Seelsorge heißt für uns mitgehen, ermutigen, mitaushalten und daran erinnern, dass der Wert eines Menschen nicht an einer Platzierung hängt.

00:42:17: Mir ist es wichtig für die Menschen da zu sein, Mut zu sprechen, um zu trösten und letztlich aufzuzeigen.

00:42:23: Du bist einzigartig und wertvoll, auch wenn du keine Medaille gewonnen hast.

00:42:28: Und die Gespräche, die führen Elisabeth Kallmann und ihr Kollege Thomas Weber mit allen Sportlern, die zu ihnen kommen.

00:42:35: Ganz egal, welche Konfession die auch haben.

00:42:42: Viele von ihnen kennen ihn vielleicht und sind auch auf Kriegsfuß mit ihm.

00:42:47: Es geht um den Wohnungsmarkt in München.

00:42:50: Viele Menschen, die sind oft jahrelang verzweifelt auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum.

00:42:56: In Mittenheim, in Oberschleißheim, entsteht gerade etwas Neues.

00:43:00: Der katholische Männerfürsorgeverein, der baut dort ein Wohnquartier mit einer ganz besonderen Vision.

00:43:10: vom Sozialwohnungsbau bis zur Eigentumswohnung.

00:43:13: Die Bewerbungsphase und der Verkauf laufen aktuell.

00:43:17: Mein Kollege Henrik Evers hat sich vom KMFV-Geschäftsführer Michael Auer erklären lassen, warum sie bewusst auf maximale Rendite verzichten.

00:43:28: Das Projekt hat Geschichte.

00:43:29: Wo einst

00:43:30: Franziskana-Lebten

00:43:31: baut heute der KMFV Wohnraum für Menschen

00:43:35: mit unterschiedlichsten

00:43:36: Einkommen.

00:43:37: Ein Quartier der Vielfalt

00:43:38: mitten in der Wohnungskrise.

00:43:40: Wir bauen tatsächlich auf einer Fläche von ca.

00:43:45: acht Hektaren, vierhundertzwanzig Wohnungen, die hier entstehen.

00:43:49: Eine große Kindertagesstätte

00:43:51: mit acht Gruppen, also vier Kindergruppen,

00:43:54: also Krippengruppen

00:43:54: und vier

00:43:55: Kindergartengruppen.

00:43:56: Und was das Besondere natürlich an dem

00:43:59: Projekt ausmacht, ist,

00:44:01: dass von diesen vierhundertzwanzig Wohnungen fünfzig Prozent sogenannt

00:44:05: Mitpreis

00:44:06: reduziert sind.

00:44:07: Fünfzig

00:44:07: Prozent der Wohnungen zu reduzierten Preisen, das ist ein durchdachtes

00:44:12: Konzept.

00:44:13: Denn wer soll in München eigentlich

00:44:14: noch wohnen

00:44:15: können?

00:44:15: Alleinerziehende, Erzieherinnen, Pfleger, Menschen, die unsere

00:44:19: Gesellschaft am Laufen

00:44:20: halten.

00:44:21: Aber wäre es

00:44:22: für den KMFV

00:44:23: nicht reizvoll gewesen,

00:44:25: das große Grundstück

00:44:26: einfach zu verkaufen?

00:44:28: Das hätten wir machen können, aber dafür steht der katholische

00:44:31: Männerfürsorgeverein nicht.

00:44:32: Also da hätten

00:44:33: wir allen unseren Werten und alles, für das wir seit den Neunzehnten und Fünfzig da sind, hätten wir da verraten in gewisser

00:44:39: Weise.

00:44:40: Und das ist

00:44:40: uns sehr wichtig, dass wir gerade in dieser Zeit ein Zeichen setzen, dass es anders geht.

00:44:45: Mit Quartiersmanagement, nachhaltiger Energieversorgung und sozialer Durchmischung entsteht mehr als nur Wohnraum.

00:44:52: Es

00:44:53: ist der Versuch, Solidarität

00:44:54: zu bauen, Stein für Stein.

00:44:56: Das Projekt Mittenheim, ein Modell, das Schule machen könnte in Zeiten, wo bezahlbares Wohnen zur sozialen Frage wird.

00:45:04: Mehr dazu in total sozial überall da, wo es Podcast gibt.

00:45:13: Schon seit dreißig Jahren hilft die Tropenmedizinerin Susanne Pechel mit ihrem christlichen Entwicklungsdienst Menschen in Entwicklungsländern.

00:45:22: Gerade braucht sie Unterstützung für ihr jüngstes Projekt.

00:45:25: Eine Klinik im Norden von Tanzania.

00:45:28: Lucky Tattoo heißt der kleine Ort in der Nähe von Arusha, der lebendigen Großstadt, die viele Touristen kennen, weil dort die Safari's in die großen Nationalparks starten.

00:45:37: Hier ist die medizinische Versorgung recht gut, aber weiter draußen auf dem Land sieht es ganz anders aus, erklärt Susanne Pechel.

00:45:44: Viele Frauen, die jetzt da die Kinder bekommen, können das nur zu Hause ohne medizinische Hilfe.

00:45:50: Viele sterben auch dabei.

00:45:51: Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist sehr hoch in der Region.

00:45:55: Es gibt viele Infektionskrankheiten, wo auch keine Hilfe ist.

00:45:59: Manchmal scheitert es an einfachen Dingen wie Desinfektionsmittel, Wund, Material.

00:46:05: Mit schlimmen Folgen für die Kranken.

00:46:07: Wer von selber gesund wird, ist gut.

00:46:10: Wer es nicht von selber schafft, der stirbt.

00:46:12: Deshalb baut der Christliche Entwicklungsdienst in der Missionsstation Lakita Tu jetzt eine kleine Klinik, wobei gebaut wird von einheimischen Handwerkern und auch das Personal für die Klinik steht schon bereit.

00:46:24: Denn der CED hilft schon lange in der Region.

00:46:27: Es

00:46:27: ist so, dass wir immer mit einheimischen Kräften vor Ort arbeiten und versuchen, dass sie ihre eigenen Infrastrukturen aufbauen können.

00:46:36: Und jetzt arbeiten wir mit den Generationen zusammen mit denen, die wir damals eine Schulausbildung ermöglicht haben und die dann auch Lakitatu betreuen jetzt von Anfang an bei den Bauarbeiten und später dann auch bei der Betreuung der Kranken.

00:46:50: Echte Hilfe zur Selbsthilfe also.

00:46:52: Mit dem Bau der Klinik wurde schon begonnen.

00:46:55: Und wir hoffen, dass wir weiter bauen können und so Gott will, dann auch dieses Jahr fertig werden.

00:47:01: Das ist das, was wir uns wünschen und das ist das Ziel, was wir anvisieren.

00:47:05: Allerdings fehlt dazu noch ein bisschen Geld.

00:47:08: Es ist so, dass wir um die Hundertfünfzigtausend Euro brauchen für die Bauarbeiten.

00:47:13: Fünfzigtausend haben wir schon zusammen gesammelt.

00:47:16: Hunderttausend ungefähr fehlen uns noch.

00:47:19: Dann sind die Bauarbeiten fertig und auch die Klinik erstmal ausgestattet.

00:47:24: Und das wäre dann so, dass wir dann starten könnten.

00:47:27: Und deshalb bitte Susanne Pechel dringend um Spenden.

00:47:30: Ganz einfach über die Homepage des CEDs.

00:47:33: Brigitte Strauß für MKR, das Kirchenradio.